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Was die Linux Foundation und AAIF für MCP und Agentic AI bedeuten

Blck Alpaca·
Definition

Die Linux Foundation Agentic AI bündelt die zentralen Agenten-Protokolle MCP und A2A unter neutraler Governance: Anthropic übergab MCP am 9. Dezember 2025 an die Agentic AI Foundation (AAIF), Google das A2A-Protokoll am 23. Juni 2025 direkt an die Linux Foundation. Das schafft hersteller-neutrale Standards, offene Mitbestimmung und Investitionssicherheit für Unternehmen (Stand 2026).

Auf einen Blick

  • MCP wurde am 9. Dezember 2025 an die Agentic AI Foundation (AAIF) unter der Linux Foundation übergeben; Mitgründer sind Anthropic, Block und OpenAI, Platin-Mitglieder AWS, Bloomberg, Cloudflare, Google und Microsoft.
  • Googles A2A-Protokoll ging am 23. Juni 2025 an die Linux Foundation; Gründungsmitglieder sind AWS, Cisco, Google, Microsoft, Salesforce, SAP und ServiceNow, über 100 Firmen unterstützen es.
  • Die neutrale Governance reduziert Anbieter-Lock-in: Kein einzelner Konzern kontrolliert die Protokolle, die technische Pflege bleibt bei den MCP-Maintainern, das AAIF-Governing-Board steuert Strategie und Mitgliedergewinnung.
  • Für Unternehmen bedeutet das Investitionssicherheit: Wer auf MCP für Tools und A2A für Agent-zu-Agent setzt, baut auf der konvergenten Industrie-Standard-Schicht statt auf einer proprietären Insel.
  • Restrisiko bleibt: Die Watchlist-Frage 2026 ist, ob die AgentCard ein portables JSON-Dokument bleibt oder durch hersteller-spezifische A2A-Erweiterungen fragmentiert wird.
  • Praxis-Konsequenz für Verträge: Beschaffung sollte A2A-Interop, MCP-Standardtreue und klare Exit-Regelungen vertraglich absichern (Stand 2026, vorbehaltlich weiterer Entwicklung).

Die Linux Foundation Agentic AI bündelt die zentralen Protokolle der Agenten-Welt unter herstellerneutraler, offener Governance. Anthropic übergab das Model Context Protocol (MCP) am 9. Dezember 2025 an die neu gegründete Agentic AI Foundation (AAIF) unter dem Dach der Linux Foundation. Google hatte zuvor sein Agent2Agent-Protokoll (A2A) bereits am 23. Juni 2025 an die Linux Foundation gegeben. Damit liegen die beiden de-facto-Industriestandards für Agenten-Interoperabilität in unabhängiger Hand statt unter Kontrolle eines einzelnen Konzerns.

  • Wer hat was übergeben? Anthropic gab MCP an die AAIF (mit Block und OpenAI als Mitgründern), Google gab A2A direkt an die Linux Foundation (Gründungsmitglieder: AWS, Cisco, Google, Microsoft, Salesforce, SAP, ServiceNow).
  • Was bringt das Unternehmen? Hersteller-Neutralität, offene Mitbestimmung und damit Investitionssicherheit: Wer auf MCP + A2A setzt, baut auf der konvergenten Standard-Schicht, nicht auf einer proprietären Insel.
  • Was bleibt offen? Lock-in kann weiter über die Plattform-Ebene und über proprietäre Protokoll-Erweiterungen entstehen; das gehört vertraglich abgesichert.

Warum die Übergabe der Wendepunkt für offene Agenten-Standards ist

Bis Mitte 2025 schrieb praktisch jedes Multi-Agenten-Projekt seine Inter-Agenten-Kommunikation selbst. Bis 2026 haben sich zwei Protokolle als Industriestandard durchgesetzt: MCP für die Anbindung von Agenten an Werkzeuge, Daten und Systeme (agent-to-tool) und A2A für die Zusammenarbeit eigenständiger Agenten über Vertrauensgrenzen hinweg (agent-to-agent). Die offizielle, von Google, Salesforce und Microsoft geteilte Lesart lautet: MCP für Fähigkeiten, A2A für Kollaboration — beide sind komplementär, nicht konkurrierend.

Der entscheidende Schritt war, dass diese Protokolle ihre Ursprungs-Hersteller verlassen haben. Ein Protokoll, das einem einzelnen Anbieter gehört, ist immer ein latentes Lock-in-Risiko: Der Eigentümer kann Lizenzbedingungen, Roadmap oder Schnittstellen einseitig ändern. Die Übergabe an die Linux Foundation neutralisiert diesen Hebel und macht aus einem Hersteller-Asset eine gemeinsame, offen verwaltete Infrastruktur.

Die AAIF und die A2A-Governance im Detail

Die Agentic AI Foundation (AAIF) ist ein gerichteter Fonds (directed fund) unter der Linux Foundation. Mitgegründet wurde sie von Anthropic, Block und OpenAI. MCP zog dort gemeinsam mit Blocks goose und OpenAIs AGENTS.md ein. Wichtig für die Governance-Bewertung: Die laufende technische Pflege bleibt bei den bestehenden MCP-Maintainern; das AAIF-Governing-Board verantwortet strategische Investitionen und die Gewinnung weiterer Mitglieder. Es gibt also eine saubere Trennung zwischen technischer Entwicklung und strategischer Steuerung.

Das A2A-Projekt wurde am 23. Juni 2025 beim Open Source Summit North America in Denver angekündigt. Google spendete die Spezifikation, die SDKs (Python, TypeScript) und das Entwickler-Tooling. Mehr als 100 Unternehmen unterstützen das Protokoll. IBMs konkurrierendes ACP-Protokoll ging am 29. August 2025 unter LF AI & Data in A2A auf — das ACP-Team stellte die aktive Entwicklung ein und überführte Technologie und Expertise in A2A. Auch das Identitäts- und Observability-Projekt AGNTCY (Cisco/LangChain/Galileo) wurde am 29. Juli 2025 an die Linux Foundation übergeben. Das Resultat ist kein Anbieter-Krieg, sondern ein kohärenter offener Protokoll-Stack.

Wer hinter den Standards steht (Stand 2026)

Die Breite der Trägerschaft ist das eigentliche Signal für Hersteller-Neutralität. Wenn direkte Wettbewerber gemeinsam ein Protokoll tragen, kann keiner es allein vereinnahmen.

Aspekt

MCP (AAIF / Linux Foundation)

A2A (Linux Foundation)

Übergabe

  1. Dezember 2025 an AAIF
  1. Juni 2025 an Linux Foundation

Ursprung

Anthropic (November 2024)

Google (April 2025)

Zweck

Agent-zu-Tool / Agent-zu-Kontext

Agent-zu-Agent (Peer-Kollaboration)

Gründer / Träger

Anthropic, Block, OpenAI (Mitgründer AAIF)

AWS, Cisco, Google, Microsoft, Salesforce, SAP, ServiceNow

Top-Unterstützer

Platin: AWS, Bloomberg, Cloudflare, Google, Microsoft

über 100 Firmen

Weitere Mitglieder

u. a. Cisco, IBM, Oracle, SAP, Snowflake, Datadog, Okta, SUSE

breite Hyperscaler- und SaaS-Allianz

Dass AWS, Google und Microsoft als direkte Cloud-Konkurrenten gemeinsam Platin-Unterstützer von MCP sind und zugleich A2A-Gründungsmitglieder, ist genau die Konstellation, die einen Standard tragfähig und schwer kaperbar macht.

Was das konkret für die Technologiewahl bedeutet

Für DACH-Entscheider verschiebt die Standardisierung die zentrale Frage. Sie lautet 2026 nicht mehr „welches proprietäre Agenten-Ökosystem wähle ich und binde mich daran", sondern „wie stelle ich sicher, dass meine Plattformen MCP und A2A sauber sprechen".

  • Investitionssicherheit: Ein Agent, der MCP und A2A spricht, bleibt anschlussfähig, auch wenn Sie später die zugrunde liegende Plattform oder das Modell wechseln. Die Standard-Schicht überlebt einzelne Produktentscheidungen.
  • Reduziertes Lock-in auf Protokoll-Ebene: Kein Hersteller kann die Schnittstelle einseitig schließen. Das verlagert den Wettbewerb von „wer besitzt die Schnittstelle" zu „wer liefert die beste Umsetzung".
  • Realistisches Restrisiko: Lock-in ist nicht verschwunden, sondern verschoben. Es entsteht weiterhin auf der Plattform-Ebene (z. B. native Orchestrierung in Salesforce Agentforce, SAP Joule Studio oder Microsoft Agent 365) und durch proprietäre Erweiterungen. Die wichtigste Watchlist-Frage 2026 ist, ob die AgentCard — das JSON-Dokument, mit dem ein A2A-Agent seine Fähigkeiten veröffentlicht — ein portables Standarddokument bleibt oder durch hersteller-spezifische Zusätze fragmentiert wird. Jeder Gründungs-Hersteller hat kommerzielle Anreize, sich über solche „A2A-plus"-Erweiterungen zu differenzieren.

Praxisbeispiel: cross-vendor-Workflow mit Investitionsschutz

Ein typischer Konzern-Workflow 2026 läuft über mehrere Hersteller-Domänen: ein CRM-Agent in Salesforce, ein ERP-Agent in SAP, ein Produktivitäts-Agent in Microsoft. Die offene Standard-Schicht macht diese Komposition möglich, ohne sich an einen einzigen Anbieter zu ketten:

```text
Salesforce-Agent --A2A--> SAP-Joule-Agent --A2A--> Microsoft-Agent 365
| | |
MCP-Tools MCP-Tools MCP-Tools
(CRM-Daten) (ABAP, HANA) (Kalender, Dateien)
```

Microsofts eigene Multi-Agenten-Leitlinie formuliert es unmissverständlich: „Use MCP for tool and data access. Use Linux Foundation A2A for cross-platform agent-to-agent messaging." Der A2A-Mechanismus hält dabei die internen Prompts, Modelle und Speicher jedes Agenten opak — eine Domäne ruft eine andere auf, ohne deren Innenleben offenzulegen. Genau diese Eigenschaft macht herstellerübergreifende Workflows überhaupt erst governance-fähig.

Die konsequente Reihenfolge für die Einführung lautet: MCP-Server-Richtlinie standardisieren → A2A zunächst innerhalb einer Plattform-Domäne einführen → auf eine zweite Domäne ausweiten → ein AgentCard-Verzeichnis veröffentlichen → herstellerübergreifende Identität (z. B. über AGNTCY) erst ergänzen, wenn das Volumen es rechtfertigt. AGNTCY und das forschungsnahe NANDA gehören 2026 auf die Beobachtungsliste, nicht auf den kritischen Pfad.

Vertragliche Konsequenz für die Beschaffung

Offene Standards schützen nur, wenn sie auch eingefordert werden. Die zentrale Beschaffungsfrage 2026 lautet: Garantiert der Agentforce-, Joule-Studio- oder Copilot-Studio-Vertrag A2A-Interoperabilität und MCP-Standardtreue — und was passiert beim Exit? Vertraglich absichern sollten Sie mindestens: zugesicherte A2A-Interop, Pflicht zur Veröffentlichung portabler AgentCards, MCP-Konformität für Tool-Anbindungen sowie klare Exit- und Datenportabilitäts-Klauseln. Alle Versions-, Mitglieds- und Datumsangaben hier gelten mit Stand 2026 und vorbehaltlich der weiteren Entwicklung.

Für Agenturen und B2B-Entscheider

Für Marketing-Agenturen und AI-native Dienstleister ist die offene Standard-Schicht der größte Produkt-Hebel: Wer für jedes produktisierte Agenten-Angebot eine AgentCard veröffentlicht, macht seine Dienste aus den Kunden-Estates (Agentforce, Joule, Copilot Studio) ohne Custom-Integration aufrufbar — das skaliert über Mandanten hinweg. Für B2B-Entscheider im Mittelstand ist die rationale Voreinstellung 2026 klar: n8n oder LangGraph als Orchestrierung, MCP für Tools, A2A für jeden plattformübergreifenden Handshake. Blck Alpaca aus Wien unterstützt DACH-Unternehmen dabei, ihre Agenten-Strategie auf diese offenen Standards auszurichten, Lock-in-Risiken vertraglich zu entschärfen und investitionssichere Multi-Agenten-Architekturen aufzubauen. Sprechen Sie uns an, wenn Sie Ihre Technologiewahl gegen die konvergente MCP-plus-A2A-Schicht absichern wollen.

Häufig gestellte Fragen

Wann wurden MCP und A2A an die Linux Foundation übergeben?
Google übergab das Agent2Agent-Protokoll (A2A) am 23. Juni 2025 beim Open Source Summit North America in Denver an die Linux Foundation. Anthropic übergab das Model Context Protocol (MCP) am 9. Dezember 2025 an die neu gegründete Agentic AI Foundation (AAIF), einen gerichteten Fonds unter dem Dach der Linux Foundation (Stand 2026).
Was ist die AAIF (Agentic AI Foundation)?
Die AAIF ist ein gerichteter Fonds (directed fund) unter der Linux Foundation, mitgegründet von Anthropic, Block und OpenAI. Sie beherbergt MCP gemeinsam mit Blocks 'goose' und OpenAIs 'AGENTS.md'. Platin-Unterstützer sind AWS, Bloomberg, Cloudflare, Google und Microsoft; weitere Mitglieder sind unter anderem Cisco, IBM, Oracle, SAP, Snowflake und SUSE.
Schützt die Übergabe an die Linux Foundation vor Anbieter-Lock-in?
Sie ist der stärkste verfügbare strukturelle Schutz, aber keine Garantie. Kein einzelner Hersteller kontrolliert die Protokolle mehr, und die offene Governance senkt das Lock-in-Risiko der Protokoll-Ebene deutlich. Lock-in entsteht weiterhin auf der Plattform-Ebene und durch proprietäre A2A-Erweiterungen, weshalb vertragliche Interop- und Exit-Klauseln nötig bleiben.
Worin unterscheiden sich MCP und A2A?
MCP standardisiert die Anbindung von Agenten an Werkzeuge, Daten und Systeme (agent-to-tool). A2A standardisiert die Zusammenarbeit zwischen eigenständigen Agenten über Vertrauensgrenzen hinweg (agent-to-agent). Die offizielle Lesart von Google, Salesforce und Microsoft lautet: MCP für Fähigkeiten, A2A für Kollaboration. Beide sind komplementär, nicht konkurrierend.
Was ist mit IBMs ACP-Protokoll passiert?
IBMs Agent Communication Protocol (ACP) ist am 29. August 2025 unter LF AI & Data in A2A aufgegangen. Das ACP-Team stellt die aktive Entwicklung ein und überführt Technologie und Know-how in A2A; Nutzer sollen den offiziellen Migrationspfaden folgen. Die Designprinzipien von ACP leben innerhalb von A2A weiter.

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