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NIS-2 Betroffenheitsprüfung Österreich: Selbsteinstufung nach NISG Schritt für Schritt

Sebastian KarallAktualisiert 27. Oktober 2026
Definition

Die NIS-2-Betroffenheit in Österreich richtet sich nach dem NISG 2026, das die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 umsetzt. Betroffen sind grundsätzlich mittlere und große Unternehmen (ab 50 Beschäftigten oder mit Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme von jeweils über 10 Mio. EUR) in 18 Sektoren. Anders als im gescheiterten Vorentwurf gilt Selbsteinstufung statt behördlichem Bescheid.

Auf einen Blick

  • Das NISG 2026 wurde am 12. Dezember 2025 vom Nationalrat beschlossen, am 23. Dezember 2025 kundgemacht und ist seit 1. Oktober 2026 in Kraft. Österreich lag damit deutlich hinter der EU-Frist vom 17. Oktober 2024.
  • Die Größen-Grundregel folgt der EU-Definition mittlerer Unternehmen: ab 50 Beschäftigten ODER mit Jahresumsatz UND Jahresbilanzsumme von jeweils mehr als 10 Mio. EUR, kombiniert mit einer Tätigkeit in einem der 18 erfassten Sektoren.
  • Das NISG 2026 unterscheidet wesentliche und wichtige Einrichtungen. Die Einstufung bestimmt Aufsichtsintensität und Sanktionsrahmen, beide Kategorien haben Pflichten.
  • Kernneuerung: Systemwechsel zu Selbsteinstufung und Selbstdeklaration statt behördlichem Bescheid. Für die Größe zählen verbundene Unternehmen grundsätzlich mit, außer die Gesellschaft ist bei ihren Netz- und Informationssystemen unabhängig von der Gruppe.
  • Die Betroffenheitsprüfung ersetzt keine Rechtsberatung. Sonderfälle (kritische Tätigkeit unabhängig von der Größe, Lieferkette) erfordern eine anwaltliche Einzelfallprüfung.

Ob dein Unternehmen von NIS-2 betroffen ist, entscheidet sich in Österreich nach dem NISG 2026, das die EU-Richtlinie (EU) 2022/2555 (NIS-2) in nationales Recht umsetzt. Die Grundregel: Erfasst sind grundsätzlich mittlere und große Unternehmen, also Organisationen ab 50 Beschäftigten oder mit Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme von jeweils mehr als 10 Mio. EUR, sofern sie in einem der 18 erfassten Sektoren tätig sind. Neu ist der Systemwechsel zur Selbsteinstufung: Du musst deine Betroffenheit selbst feststellen, nicht mehr eine Behörde per Bescheid.

Dieser Beitrag führt mit einer Prüf-Tabelle, drei Fallbeispielen und den wichtigsten Sonderfällen durch die Selbsteinstufung. Er ist eine fachliche Orientierung, ersetzt aber keine Rechtsberatung.

  • Größe: Ab 50 Beschäftigten oder mit Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme von jeweils über 10 Mio. EUR (EU-Definition mittlerer Unternehmen).
  • Sektor: Tätigkeit in einem der 18 Sektoren nach Anhang I oder II der NIS-2-Richtlinie.
  • Verfahren: Selbsteinstufung und Selbstdeklaration statt behördlichem Bescheid. Die Verantwortung liegt beim Unternehmen.

Rechtsrahmen: NISG 2026 und die Umsetzungsverzögerung

Die NIS-2-Richtlinie (EU) 2022/2555 hätte EU-weit bis zum 17. Oktober 2024 in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Österreich hat diese Frist deutlich überschritten. Der erste Anlauf, das NISG 2024, wurde am 3. Juli 2024 im Nationalrat abgelehnt, weil die für Teile des Gesetzes nötige Zweidrittelmehrheit verfehlt wurde.

Der überarbeitete Entwurf, das NISG 2026, wurde schließlich am 12. Dezember 2025 vom Nationalrat beschlossen und am 23. Dezember 2025 im Bundesgesetzblatt kundgemacht. Nach § 51 NISG 2026 trat es mit dem ersten Monatsersten nach Ablauf von neun Monaten in Kraft, also am 1. Oktober 2026. Seitdem gelten die Pflichten unmittelbar. Wer die Selbsteinstufung noch nicht gemacht hat, sollte sie jetzt nachholen: Die Registrierung muss innerhalb von drei Monaten ab Inkrafttreten erfolgen (§ 29 Abs. 3 NISG 2026).

Das NISG 2026 bringt mehrere strukturelle Neuerungen gegenüber dem 2024er-Entwurf:

  • Errichtung eines Bundesamts für Cybersicherheit im Bundesministerium für Inneres (BMI) als zuständige Cybersicherheitsbehörde.
  • Systemwechsel zu Selbsteinstufung und Selbstdeklaration statt behördlichem Feststellungsbescheid.
  • Überwachungsorgane (zum Beispiel Aufsichtsräte) sind ausdrücklich vom Begriff des "Leitungsorgans" ausgenommen.
  • Ein halbjährlicher (statt jährlicher) Cybersicherheitsbericht.

Der Anwendungsbereich umfasst rund 4.000 Unternehmen in 18 Sektoren. Die Mitglieder der Leitungsorgane wesentlicher und wichtiger Einrichtungen müssen an eigens für sie gestalteten Cybersicherheitsschulungen teilnehmen (§ 31 Abs. 2 NISG 2026); ein Incident-Response-Team ist einzurichten.

Die zwei Kategorien: wesentliche und wichtige Einrichtungen

Wie die EU-Richtlinie unterscheidet das NISG 2026 zwei Kategorien betroffener Organisationen. Die Einstufung folgt aus dem Zusammenspiel von Sektor (Anhang I oder Anhang II der Richtlinie), Unternehmensgröße und gesetzlich definierten Kritikalitätskriterien.

  • Wesentliche Einrichtungen unterliegen der intensiveren, auch proaktiven Aufsicht. Typischerweise sind dies große Unternehmen in den besonders kritischen Sektoren des Anhang I (etwa Energie, Verkehr, Bankwesen, Gesundheit, digitale Infrastruktur). Groß ist ein Unternehmen ab 250 Beschäftigten oder mit mehr als 50 Mio. EUR Jahresumsatz und zugleich mehr als 43 Mio. EUR Jahresbilanzsumme (§ 25 Abs. 2 NISG 2026).
  • Wichtige Einrichtungen werden primär anlassbezogen beaufsichtigt: Die Behörde wird also vor allem nach einem Vorfall oder Hinweis tätig. Hierunter fallen unter anderem mittlere Unternehmen in Anhang-I-Sektoren sowie Einrichtungen aus den Anhang-II-Sektoren.

Wichtig für die Selbsteinstufung: Beide Kategorien haben Pflichten. Die Verantwortung der Geschäftsleitung greift nach der NIS-2-Logik nicht nur bei den wesentlichen Einrichtungen. Artikel 20 der NIS-2-Richtlinie verlangt, dass das Leitungsorgan die Risikomanagementmaßnahmen billigt, ihre Umsetzung überwacht und für Verstöße zur Verantwortung gezogen werden kann. Erwägungsgrund 137 stellt klar, dass diese Verantwortung greifen kann, wenn das Leitungsorgan seinen Governance-Pflichten nicht nachgekommen ist, selbst ohne erfolgreichen Angriff. Haftung knüpft also an die Pflichtverletzung, nicht an den Schaden.

Sanktionen verhängt in Österreich nicht die Cybersicherheitsbehörde selbst, sondern die Bezirksverwaltungsbehörden; der Strafrahmen ist analog zu den NIS-2-Vorgaben ausgestaltet.

Die Prüf-Tabelle: Selbsteinstufung Schritt für Schritt

Arbeite die folgenden Kriterien der Reihe nach ab. Erst wenn Größe und Sektor zutreffen (oder ein Sonderfall greift), ist eine Betroffenheit wahrscheinlich.

Kriterium

Schwelle / Prüffrage

Konsequenz

Mitarbeitendenzahl

50 oder mehr Beschäftigte (Vollzeitäquivalente)

Größenkriterium erfüllt (mittleres Unternehmen)

Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme

beide über 10 Mio. EUR

Größenkriterium erfüllt (nur wenn beide Werte überschritten sind)

Großunternehmen

250 oder mehr Beschäftigte oder Umsatz über 50 Mio. EUR und Bilanzsumme über 43 Mio. EUR

Anhang I und groß: in der Regel wesentliche Einrichtung, sonst wichtige Einrichtung

Sektorzugehörigkeit

Tätigkeit in einem der 18 Sektoren (Anhang I oder II)

Sektorkriterium erfüllt

Anhang I vs. Anhang II

Besonders kritischer Sektor (Anhang I) oder sonstiger kritischer Sektor (Anhang II)?

Indiz für wesentliche vs. wichtige Einrichtung

Sonderfall / kritische Tätigkeit

Wird ein kritischer Dienst unabhängig von der Größe erbracht?

Betroffenheit möglich trotz Unterschreiten der Größenschwelle

Konzernstruktur

Werte verbundener Unternehmen voll, von Partnerunternehmen anteilig hinzugerechnet

Nur eigene Werte, wenn die Gesellschaft bei ihren Netz- und Informationssystemen organisatorisch, technisch und operativ unabhängig ist (§ 25 Abs. 4)

Registrierung

Selbsteinstufung ergibt Betroffenheit

Registrierung beim Bundesamt binnen drei Monaten, Selbstdeklaration binnen zwölf Monaten ab Eintritt der Registrierungspflicht

Die Größenschwellen folgen der KMU-Empfehlung 2003/361/EG, auf die § 25 NISG 2026 verweist. Die genaue Zuordnung der 18 Sektoren zu Anhang I und Anhang II sowie die Detailregeln zu verbundenen und Partnerunternehmen ergeben sich aus der Richtlinie und dem NISG 2026. Im Grenzfall lohnt die rechtliche Prüfung.

Konkretes Beispiel: drei Unternehmen im Vergleich

Fall A: Mittelständischer IT-Dienstleister (Managed Services), Wien. 70 Mitarbeitende, 14 Mio. EUR Umsatz. Größenkriterium erfüllt (70 ≥ 50 Beschäftigte, mittleres Unternehmen). Managed Services fallen unter den Sektor „Verwaltung von IKT-Diensten (B2B)“ in Anhang I. Als mittleres Unternehmen in einem Anhang-I-Sektor ist der Dienstleister voraussichtlich eine wichtige Einrichtung. Ergebnis: betroffen. Registrierung und Selbstdeklaration erforderlich.

Fall B: Regionaler Energieversorger. 40 Mitarbeitende, 9 Mio. EUR Umsatz. Die reine Größenbetrachtung läge unter beiden Schwellen. Unabhängig von der Größe kann der Versorger trotzdem erfasst sein. Wurde er als kritische Einrichtung nach der CER-Richtlinie (EU) 2022/2557 ermittelt, gilt er als wesentliche Einrichtung (§ 24 Abs. 1 NISG 2026). Zudem kann ihn die Cybersicherheitsbehörde per Bescheid einstufen, etwa weil er einziger Anbieter eines unverzichtbaren Dienstes in Österreich ist oder ein Ausfall die öffentliche Ordnung, Sicherheit oder Gesundheit erheblich beeinträchtigen könnte (§ 26 NISG 2026). Ergebnis: Betroffenheit trotz kleiner Größe möglich. Hier entscheidet die Einzelfallprüfung, eine pauschale Entwarnung wäre falsch.

Fall C: Werbe- und Marketingagentur, 30 Mitarbeitende, 6 Mio. EUR Umsatz. Weder Größenschwelle erreicht noch ein erfasster Kernsektor einschlägig. Ergebnis: nicht direkt betroffen. Aber Achtung beim Lieferketten-Effekt: Wenn die Agentur für eine wesentliche Einrichtung kritische Dienste erbringt, kann sie über vertragliche Anforderungen ihres Kunden faktisch zu NIS-2-konformen Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet werden, ohne selbst registrierungspflichtig zu sein.

Die Fälle zeigen das Grundmuster: Größe und Sektor gemeinsam bilden die Regel, doch Sonderfälle und Lieferketten können das Ergebnis verschieben.

Registrierungspflicht und nächste Schritte

Führt deine Selbsteinstufung zu einer Betroffenheit, musst du dich beim Bundesamt für Cybersicherheit registrieren, und zwar innerhalb von drei Monaten ab Inkrafttreten am 1. Oktober 2026 (§ 29 Abs. 3 NISG 2026). Wer erst später in den Anwendungsbereich fällt, hat ab diesem Zeitpunkt drei Monate. Innerhalb von zwölf Monaten nach Eintritt der Registrierungspflicht folgt die Selbstdeklaration: Du übermittelst der Behörde, welche Risikomanagementmaßnahmen umgesetzt sind (§ 33 Abs. 1 NISG 2026). Da im Regelfall kein behördlicher Bescheid mehr ergeht, der dich aktiv informiert, liegt die Bringschuld bei dir. Eine unterlassene oder fehlerhafte Einstufung kann sanktioniert werden.

Praktische Reihenfolge, falls du noch nicht eingestuft hast:

  1. Größe und Sektor erheben: Mitarbeitende, Umsatz, Bilanzsumme und die konkrete Tätigkeit dokumentieren.
  2. Kategorie bestimmen: wesentliche oder wichtige Einrichtung, anhand Anhang-Zuordnung, Größe und Kritikalität.
  3. Sonderfälle und Konzernstruktur prüfen: verbundene Unternehmen voll und Partnerunternehmen anteilig bei der Größe mitrechnen, die Unabhängigkeitsausnahme prüfen, Lieferkettenanforderungen mitdenken.
  4. Rechtliche Absicherung im Grenzfall: bei unklarer Sektorzuordnung oder Beteiligungsverhältnissen.
  5. Registrieren: beim Bundesamt für Cybersicherheit, spätestens drei Monate nach Inkrafttreten.
  6. Governance aufsetzen: Risikomanagementmaßnahmen, Incident-Response-Team, Schulung des Leitungsorgans, Meldeprozesse.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechtsberatung dar. Die verbindliche Beurteilung der NIS-2-Betroffenheit, insbesondere bei Grenzfällen, Sektorzuordnung und Lieferkettenfragen, erfordert eine anwaltliche Einzelfallprüfung.

Für B2B-Entscheider und Agenturen

Für B2B-Entscheider ist die Selbsteinstufung kein einmaliger Akt, sondern eine wiederkehrende Pflicht: Wächst dein Unternehmen über eine Schwelle oder ändert sich die Tätigkeit, kann sich die Einstufung ändern. Verankere die Prüfung als festen Bestandteil deiner Compliance-Routine und dokumentiere das Ergebnis revisionssicher. Die Verantwortung trägt das Leitungsorgan (§ 31 Abs. 1 NISG 2026).

Für Marketing- und Digitalagenturen lohnt der doppelte Blick: Die meisten Agenturen unterschreiten die direkte Betroffenheitsschwelle, geraten aber über Kunden in regulierten Sektoren in die Lieferkette. Wer für wesentliche oder wichtige Einrichtungen arbeitet, sollte Sicherheits- und Nachweisanforderungen frühzeitig in Angebote und Verträge einplanen. Das wird zunehmend zum Auswahlkriterium im Pitch. Als Agentur in Wien begleiten wir dich bei der strukturierten Aufbereitung deiner Cybersecurity- und Content-Kommunikation rund um NIS-2. Die juristische Einstufung selbst gehört in die Hände einer spezialisierten Rechtsberatung.

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Häufig gestellte Fragen

Ab welcher Unternehmensgröße greift NIS-2 in Österreich?
Die Grundregel folgt der EU-Definition mittlerer Unternehmen: Erfasst sind grundsätzlich Unternehmen ab 50 Beschäftigten oder mit Jahresumsatz und Jahresbilanzsumme von jeweils mehr als 10 Mio. EUR, sofern sie in einem der 18 vom NISG 2026 erfassten Sektoren tätig sind. Unterhalb dieser Schwelle besteht in der Regel keine direkte Betroffenheit, mit Ausnahme gesetzlich definierter Sonderfälle (etwa kritische Dienste). Die Größe allein entscheidet nicht: Sektor und Tätigkeit müssen zusammenkommen.
Was ist der Unterschied zwischen wesentlichen und wichtigen Einrichtungen?
Das NISG 2026 übernimmt die NIS-2-Logik der zwei Kategorien. Wesentliche Einrichtungen unterliegen einer intensiveren, auch proaktiven Aufsicht; wichtige Einrichtungen werden primär anlassbezogen beaufsichtigt. Beide Kategorien müssen Risikomanagementmaßnahmen umsetzen, Vorfälle melden und sich registrieren. Die Einstufung hängt von Sektor (Anhang I oder II der Richtlinie), Größe und gesetzlich definierten Kritikalitätskriterien ab und sollte im Zweifel rechtlich geprüft werden.
Was bedeutet Selbsteinstufung beim NISG 2026 konkret?
Anders als der gescheiterte NISG-2024-Entwurf sieht das NISG 2026 im Regelfall keinen behördlichen Bescheid mehr vor, der die Betroffenheit feststellt. Stattdessen müssen Unternehmen selbst prüfen, ob sie unter das Gesetz fallen (Selbsteinstufung), und sich gegebenenfalls aktiv beim Bundesamt für Cybersicherheit registrieren. Innerhalb von zwölf Monaten nach Eintritt der Registrierungspflicht folgt die Selbstdeklaration über die umgesetzten Risikomanagementmaßnahmen. Die Verantwortung für die korrekte Einstufung liegt damit beim Unternehmen. Eine falsche oder unterlassene Einstufung kann Sanktionen auslösen.
Mein Unternehmen gehört zu einem Konzern: Zählt die Konzerngröße?
Grundsätzlich ja. Für die Größe verweist § 25 NISG 2026 auf die KMU-Empfehlung 2003/361/EG. Danach werden die Werte verbundener Unternehmen voll und die von Partnerunternehmen anteilig nach Kapital- oder Stimmrechtsanteil hinzugerechnet. Eine kleine Tochtergesellschaft kann also über die Konzernzahlen die Schwellen erreichen. Ausnahme nach § 25 Abs. 4: Ist deine Gesellschaft bei ihren Netz- und Informationssystemen organisatorisch, technisch und operativ von der Gruppe unabhängig, zählen nur ihre eigenen Werte. Die Pflichten treffen in jedem Fall die einzelne Gesellschaft. Ob die Unabhängigkeit im Einzelfall trägt, solltest du rechtlich prüfen lassen.
Ab wann gilt das NISG 2026 und warum so spät?
Das NISG 2026 wurde am 12. Dezember 2025 vom Nationalrat beschlossen und am 23. Dezember 2025 kundgemacht. Es trat mit dem ersten Monatsersten nach Ablauf von neun Monaten in Kraft, also am 1. Oktober 2026, und gilt seitdem. Die Registrierung beim Bundesamt für Cybersicherheit muss innerhalb von drei Monaten ab Inkrafttreten erfolgen. Die EU-Umsetzungsfrist endete am 17. Oktober 2024, Österreich lag also deutlich dahinter. Grund ist der erste, gescheiterte Anlauf: Der NISG-2024-Entwurf wurde am 3. Juli 2024 im Nationalrat abgelehnt, weil die nötige Zweidrittelmehrheit verfehlt wurde. Erst der überarbeitete Entwurf fand die erforderliche Mehrheit.
Ersetzt diese Betroffenheitsprüfung eine Rechtsberatung?
Nein. Dieser Beitrag bietet eine fachliche Orientierung, aber keine Rechtsberatung. Die NIS-2-Betroffenheit hängt von Detailregeln zu Sektoren (Anhang I/II), Größenklassen, Beteiligungsverhältnissen und Sonderfällen ab, die im Einzelfall komplex sind. Für eine verbindliche Einstufung, insbesondere bei Grenzfällen, Lieferkettenanforderungen oder unklarer Sektorzuordnung, solltest du eine anwaltliche Einzelfallprüfung einholen.

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