Zum Inhalt springen
5.1Einsteiger10 min

Keyword Recherche: Der komplette Leitfaden

Lucas Blochberger··Aktualisiert 11. Juni 2026
Definition

Keyword Recherche ist der systematische Prozess der Identifikation, Analyse und Priorisierung von Suchbegriffen, die eine Zielgruppe verwendet, um Informationen, Produkte oder Dienstleistungen online zu finden. Sie bildet die Grundlage jeder SEO- und Content-Strategie und umfasst neben Suchvolumen und Wettbewerb vor allem die Suchintention hinter den Begriffen. Im Jahr 2026 schließt sie auch die Recherche von Themen und Fragen ein, die Nutzer KI-Systemen wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI Overviews stellen.

Auf einen Blick

  • Keyword Recherche ist die Basis jeder SEO- und Content-Strategie und folgt einem klaren Prozess von Seed-Keywords über die Tool-gestützte Expansion bis zur priorisierten, nach Intention und Themen strukturierten Keyword-Liste.
  • Suchintention ist wichtiger als Suchvolumen: Das passende Content-Format leitet sich aus der SERP-Analyse ab, nicht aus der Keyword-Zahl allein. Über 80 Prozent aller Suchanfragen sind informational.
  • Long-Tail- und Zero-Volume-Keywords sind trotz geringer Einzelvolumina wertvoll: 91,8 Prozent aller Suchbegriffe sind Long-Tail, und rund 93 Prozent aller Keywords haben unter 10 Suchen pro Monat.
  • Topic Cluster mit Pillar Pages und interner Verlinkung bauen Themenautorität auf und vermeiden Keyword-Kannibalisierung, statt isolierte Einzel-Keywords zu bedienen.
  • Information Gain und Entitäten gehen über LSI hinaus und schaffen den einzigartigen Mehrwert, der in klassischer Suche und in AI Overviews sichtbar macht; GEO-Methoden steigern die Sichtbarkeit um bis zu 40 Prozent.
  • KI-Prompts sind eine neue Keyword-Quelle; Google belohnt nützliche, originelle KI-Inhalte mit E-E-A-T und bestraft manipulativen Thin Content. Ab 2. August 2026 gilt die Kennzeichnungspflicht des EU AI Act.
  • Im österreichischen Markt erfordert die Recherche bewusste Lokalisierung auf österreichisches Deutsch, Austriazismen, regionale Modifier und B2B-Nischen-Keywords, da Google rund 82 Prozent Marktanteil hält.

Keyword Recherche entscheidet, ob Inhalte gefunden werden oder ungelesen bleiben. Sie ist der erste Schritt jeder SEO- und Content-Strategie und beantwortet eine einfache, aber folgenreiche Frage: Wonach sucht die Zielgruppe tatsächlich, und mit welcher Absicht? Diese Anleitung führt Schritt für Schritt durch den Recherche-Prozess, von Seed-Keywords über die Tool-gestützte Erweiterung bis zur priorisierten Keyword-Liste. Sie zeigt, wie Sie Suchintention klassifizieren, Metriken richtig lesen, Keywords zu Themen-Clustern bündeln und Ihre Recherche auf KI-Suche und den österreichischen B2B-Markt ausrichten.

Warum Keyword Recherche die Basis jeder Content-Strategie ist

Ohne saubere Keyword-Recherche entsteht Content am Bedarf vorbei. Die Recherche liefert die Datengrundlage dafür, welche Themen Nachfrage haben, wie hoch der Wettbewerb ist und welches Format eine Suchanfrage erwartet. Im österreichischen Markt fällt diese Arbeit praktisch mit Google zusammen. Google hält in Österreich einen Suchmaschinen-Marktanteil von rund 82 Prozent, vor Bing mit 9,01 Prozent (Stand Mai 2026, alle Plattformen), auf Mobilgeräten sogar über 90 Prozent (Mai 2026). Wer für den DACH-Raum recherchiert, recherchiert damit fast ausschließlich für Google und dessen KI-Antworten.

Ein zentraler Befund prägt die gesamte Disziplin: Der Großteil der Nachfrage liegt nicht in wenigen populären Begriffen, sondern in der langen Liste seltener, spezifischer Suchanfragen. Eine internationale Analyse von 306 Millionen Keywords zeigt, dass 91,8 Prozent aller Suchbegriffe Long-Tail-Keywords mit 1 bis 100 Suchen pro Monat sind (internationale Erhebung). Das mediane Suchvolumen je Keyword liegt bei nur 10 Suchen pro Monat (internationale Erhebung). Eine Auswertung der US-Datenbank von Ahrefs bestätigt die Größenordnung: rund 93 Prozent aller Keywords haben weniger als 10 Suchen pro Monat (US-Datenbank). Daraus folgt die wichtigste strategische Konsequenz: Eine gute Recherche jagt nicht nur große Volumina, sondern erschließt systematisch die Breite spezifischer, kaufnaher Anfragen.

Der Keyword-Recherche-Prozess Schritt für Schritt

Eine belastbare Recherche folgt einer klaren Abfolge vom groben Ausgangspunkt zur priorisierten Liste.

  • Seed-Keywords sammeln: Starten Sie mit 5 bis 15 Grundbegriffen, die Ihr Angebot beschreiben. Quellen sind das eigene Leistungsportfolio, die Sprache der Kunden, Vertriebsanfragen und die Begriffe, mit denen Wettbewerber ranken.
  • Brainstorming und Kundensprache: Ergänzen Sie Synonyme, Probleme und Anwendungsfälle. B2B-Zielgruppen suchen oft anders, als ein Unternehmen seine Produkte intern benennt. Notieren Sie die tatsächliche Wortwahl aus Support-Tickets und Verkaufsgesprächen.
  • Tool-gestützte Expansion: Erweitern Sie die Seeds mit Tools zu Hunderten von Varianten. Der Google Keyword Planner liefert Volumen- und Wettbewerbsdaten direkt aus Google Ads, Ahrefs und Semrush ergänzen Keyword Difficulty, SERP-Daten und Keyword-Ideen, AnswerThePublic visualisiert Fragen rund um ein Thema.
  • Fragen und verwandte Suchen auswerten: Nutzen Sie People Also Ask, Google-Autovervollständigung und verwandte Suchanfragen am Seitenende. Sie zeigen, wie reale Nutzer formulieren und welche Folgefragen entstehen.
  • Clustern und priorisieren: Gruppieren Sie die Rohliste nach Thema und Intention und priorisieren Sie nach Relevanz, Aufwand und Geschäftswert, nicht allein nach Suchvolumen.

Das Ergebnis ist keine flache Liste, sondern eine nach Themen und Intention strukturierte Keyword-Map, die direkt in die Content-Planung übergeht.

Suchintention klassifizieren und das richtige Format ableiten

Suchintention ist wichtiger als Suchvolumen. Ein Keyword mit hohem Volumen ist wertlos, wenn der erstellte Inhalt die Absicht dahinter verfehlt. Klassisch werden vier Intentionstypen unterschieden:

  • Informational: Der Nutzer sucht Wissen, etwa eine Anleitung, Definition oder einen Vergleich. Passendes Format: Ratgeber, Leitfaden, Glossar.
  • Navigational: Der Nutzer will eine bestimmte Website oder Marke erreichen. Passendes Format: die jeweilige Marken- oder Produktseite.
  • Kommerziell: Der Nutzer recherchiert vor einer Kaufentscheidung, vergleicht Anbieter oder liest Tests. Passendes Format: Vergleichsseite, Case Study, Leistungsseite.
  • Transaktional: Der Nutzer will handeln, kaufen, anfragen, buchen. Passendes Format: Produkt-, Angebots- oder Kontaktseite.

Der informationsorientierte Teil dominiert das Web deutlich. Eine wissenschaftliche Analyse von Web-Suchanfragen zeigt, dass über 80 Prozent aller Suchanfragen informational sind, bei je rund 10 Prozent navigational und transaktional (internationale Studie). Diese Verteilung erklärt, warum informativer Content das Fundament der Sichtbarkeit bildet und zugleich der häufigste Einstieg in KI-Antworten ist.

Die zuverlässigste Methode zur Intent-Bestimmung ist die SERP-Analyse: Geben Sie das Keyword bei Google ein und prüfen Sie, welche Inhalte tatsächlich ranken. Stehen dort Ratgeber, ist die Absicht informational. Dominieren Shop- oder Produktseiten, ist sie transaktional. Die aktuell rankenden Ergebnisse sind Googles Interpretation der Intention. Wer ein abweichendes Format anbietet, rankt selten.

Keyword-Metriken richtig lesen und priorisieren

Vier Kennzahlen bilden den Kern jeder Priorisierung.

  • Suchvolumen: Geschätzte monatliche Suchanfragen. Ein Orientierungswert für Nachfrage, aber nie das alleinige Kriterium.
  • Keyword Difficulty (KD): Eine Schätzung, wie schwer ein Top-Ranking ist, meist abgeleitet aus der Stärke der bereits rankenden Seiten.
  • Cost-per-Click (CPC): Der durchschnittliche Klickpreis in Google Ads. Ein hoher CPC signalisiert kommerziellen Wert und Kaufabsicht.
  • SERP-Features: Featured Snippets, People Also Ask, Local Pack oder AI Overviews verändern, wie viel organischer Klick überhaupt erreichbar ist.

Der entscheidende Denkfehler ist die Fixierung auf Volumen. Da 91,8 Prozent aller Suchbegriffe Long-Tail mit 1 bis 100 Suchen pro Monat sind (internationale Erhebung) und rund 93 Prozent aller Keywords unter 10 Suchen pro Monat liegen (US-Datenbank), würde eine reine Volumen-Strategie den Großteil der Nachfrage ignorieren. Long-Tail- und Zero-Volume-Keywords sind aus drei Gründen wertvoll: Sie haben geringeren Wettbewerb, eine präzisere Intention und damit höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit. Im B2B mit kleinen, spezialisierten Zielgruppen ist genau dieser kaufnahe Long-Tail oft wertvoller als generische Hochvolumen-Begriffe. Eine Besonderheit gilt für konversationelle Anfragen: über 95 Prozent der konversationellen Long-Tail-Keywords haben kein messbares Suchvolumen (US-Datenbank), tauchen in keinem Tool auf und werden gerade durch die KI-Suche relevanter.

Topic Cluster und Pillar Pages statt isolierter Keywords

Moderne Keyword-Recherche denkt in Themen, nicht in Einzelbegriffen. Statt für jedes Keyword eine eigene Seite zu erstellen, bündeln Sie verwandte Keywords zu thematischen Clustern und bilden sie als Cluster-Struktur ab:

  • Pillar Page: Eine umfassende Hauptseite zum übergeordneten Thema, ausgerichtet auf das zentrale, breite Keyword.
  • Cluster-Artikel: Mehrere vertiefende Seiten zu spezifischen Unterfragen und Long-Tail-Keywords, jeweils auf eine klar abgegrenzte Intention fokussiert.
  • Interne Verlinkung: Pillar und Cluster verlinken konsistent untereinander. Diese Struktur signalisiert thematische Tiefe und verteilt Autorität gezielt.

Der Vorteil ist doppelt. Erstens vermeidet die Cluster-Logik Keyword-Kannibalisierung, also den Fall, dass mehrere eigene Seiten um dasselbe Keyword konkurrieren. Zweitens baut sie Themenautorität auf: Suchmaschinen erkennen, dass eine Website ein Thema umfassend abdeckt, statt nur einzelne Begriffe zu bedienen. Für die Recherche bedeutet das, jedes Keyword bereits beim Sammeln einem Cluster zuzuordnen und so die Content-Architektur aus den Daten heraus zu planen.

Semantische Keywords, Entitäten und Information Gain

Über das Hauptkeyword hinaus erwarten Suchmaschinen heute, dass ein Inhalt ein Thema semantisch vollständig abdeckt. Der ältere Begriff LSI (Latent Semantic Indexing) wird dafür oft bemüht, greift aber zu kurz. Entscheidend sind zwei modernere Konzepte:

  • Entitäten: Eindeutig identifizierbare Begriffe wie Personen, Orte, Organisationen, Produkte oder Konzepte. Suchmaschinen verstehen Themen über Beziehungen zwischen Entitäten, nicht über reine Wortähnlichkeit. Relevante Entitäten gehören deshalb explizit in den Text.
  • Information Gain: Der einzigartige Mehrwert, den ein Inhalt gegenüber dem bereits Ranking-fähigen Wettbewerb bietet. Wer nur wiederholt, was bereits zehnfach existiert, liefert keinen zusätzlichen Informationsgewinn und wird schwerer sichtbar.

Information Gain ist zugleich der wichtigste Hebel für die Sichtbarkeit in KI-Antworten. Eine wissenschaftliche Studie (Princeton et al., KDD 2024) zeigt, dass gezielte Optimierungsmethoden die Sichtbarkeit einer Quelle in generativen Suchmaschinen um bis zu 40 Prozent steigern können (internationale Forschung). Die wirksamsten Methoden waren laut Studie das Hinzufügen von Statistiken, Zitaten und Quellenangaben, die eine relative Verbesserung von 30 bis 40 Prozent (internationale Forschung) erzielten. Für die Praxis heißt das: einzigartige Daten, belegte Zahlen, eigene Erfahrungswerte und klare Definitionen schaffen den Mehrwert, den sowohl klassische Rankings als auch AI Overviews belohnen.

E-E-A-T und Content-Qualität als Steuergröße

Keyword-Recherche endet nicht bei der Wortwahl. Sie entscheidet auch, welche Themen ein Unternehmen glaubwürdig besetzen kann. Den Qualitätsrahmen dafür liefert E-E-A-T: Experience, Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness, also Erfahrung, Fachkompetenz, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Bei sensiblen Your-Money-or-Your-Life-Themen rund um Finanzen, Gesundheit oder Recht und im B2B-Kontext gewichtet Google diese Signale besonders stark.

Für die Recherche folgt daraus ein Filter: Bevorzugen Sie Keywords und Themen, zu denen Ihr Unternehmen echte Erfahrung, belegbare Expertise und Daten beisteuern kann. Ein Thema, das nur oberflächlich bedient wird, ohne nachweisbare Kompetenz, ist schwer zu ranken und liefert wenig Information Gain. Themenautorität entsteht, wenn ein Anbieter ein eng umrissenes Feld in der Tiefe abdeckt, statt breit und flach über alles zu schreiben. Genau diese Fokussierung ist im DACH-B2B mit klaren Nischen ein realistischer Wettbewerbsvorteil.

KI-gestützte Keyword-Recherche und der EU AI Act

KI-Tools beschleunigen Keyword-Recherche und Content-Erstellung erheblich. AI-Prompts werden selbst zur neuen Keyword-Quelle: Die Frage, was Nutzer ChatGPT, Perplexity oder Claude fragen, ergänzt die klassische Recherche um konversationelle, oft volumenlose Anfragen. Die Adoption ist im österreichischen Markt rasant. 2024 nutzten 20,3 Prozent der österreichischen Unternehmen ab 10 Beschäftigten KI, nach 10,8 Prozent im Jahr 2023 (Österreich), und 65 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen setzen sie zur Texterkennung und -verarbeitung ein (Österreich).

Entscheidend ist, was Google belohnt und was es bestraft. Google bewertet KI-Inhalte nicht pauschal negativ, sondern nach Qualität. In der offiziellen Guidance heißt es: Der Einsatz von KI verschafft Inhalten keinen Sonderbonus; entscheidend ist, ob sie nützlich, hilfreich, originell sind und E-E-A-T erfüllen (Google). Bestraft wird hingegen Content, der primär zur Manipulation von Rankings erzeugt wird, was laut Google gegen die Spam-Richtlinien verstößt. Das größte Risiko bei unkritischem KI-Einsatz ist Thin und Duplicate Content: massenhaft generierte Texte ohne eigenen Information Gain. Hinzu kommt eine rechtliche Pflicht: Nach Artikel 50 des EU AI Act müssen KI-generierte oder manipulierte Inhalte ab dem 2. August 2026 maschinenlesbar als künstlich erzeugt gekennzeichnet werden (EU, gilt auch für Österreich). KI gehört damit in den Recherche- und Erstellungsprozess als Werkzeug, nicht als Autopilot.

Zero-Click- und SERP-Feature-Strategie

Ein wachsender Anteil der Suchen führt zu keinem Klick mehr auf eine externe Website. Laut einer internationalen Auswertung endeten in den ersten vier Monaten 2026 rund 68,01 Prozent aller Google-Suchen ohne Klick (internationale Erhebung, US-Panel). Für die EU weist dieselbe Quellenreihe für 2024 59,7 Prozent Zero-Click-Suchen aus, bei 374 Klicks pro 1.000 Suchen ins offene Web (EU). Diese Entwicklung verstärkt sich durch AI Overviews. Eine Analyse von 10 Millionen Keywords zeigt, dass AI Overviews je nach Monat 2025 für zwischen 6,49 Prozent und 24,61 Prozent der Suchanfragen ausgelöst wurden (internationale Erhebung) und dass im Januar 2025 91,3 Prozent dieser AI-Overview-Anfragen informational waren (internationale Erhebung). Wo ein AI Overview erscheint, sinkt die organische Klickrate informationsorientierter Anfragen laut einer Analyse von 3.119 Suchanfragen um 61 Prozent, von 1,76 auf 0,61 Prozent (internationale Erhebung, seit Mitte 2024).

Für die Keyword-Strategie bedeutet das, SERP-Features bewusst als Ziel einzuplanen. Recherchieren Sie gezielt Fragen, die als Featured Snippet oder in People Also Ask erscheinen, und beantworten Sie diese präzise und strukturiert direkt im Text. Sichtbarkeit in einem Snippet oder einem AI Overview ist auch ohne Klick ein Marken- und Vertrauenssignal. Die strategische Verschiebung geht von reiner Klick-Optimierung hin zu Präsenz an den Stellen, an denen die Antwort entsteht.

DACH- und Österreich-spezifische Keyword-Recherche

Internationale Tools liefern oft nur US- oder DE-Daten. Für den österreichischen Markt ist eine bewusste Lokalisierung nötig.

  • Österreichisches Deutsch und Austriazismen: Begriffe weichen vom bundesdeutschen Standard ab. Gesucht wird nach Jänner statt Januar, Bewerbungsschreiben mit anderen Konventionen, Sackerl, Trafik oder Greißler. Wer nur DE-Keywords übernimmt, verfehlt die lokale Suchsprache.
  • Regionale Modifier: Ergänzen Sie Keywords um Orts- und Regionalbezüge wie Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Bundesland-Namen. Lokale B2B-Anfragen kombinieren Leistung und Standort.
  • Rechts- und Marktbegriffe: Österreichische Fachbegriffe wie Firmenbuch statt Handelsregister, WKO, Gewerbeschein oder ATU-Nummer signalisieren echten Marktbezug und treffen die Sprache der B2B-Zielgruppe.
  • B2B-Nischen-Keywords: In spezialisierten Branchen ist das Suchvolumen klein, die Kaufabsicht aber hoch. Genau hier liegt der Wert des österreichischen Long-Tail.

Da Google den österreichischen Markt mit rund 82 Prozent Marktanteil (Mai 2026) dominiert, lassen sich diese lokalen Begriffe zuverlässig über Google-eigene Quellen wie Autovervollständigung und verwandte Suchen mit AT-Standorteinstellung validieren.

Predictive SEO und Trend-Recherche

Klassische Recherche bildet die bestehende Nachfrage ab. Predictive SEO ergänzt sie um die Frage, welche Themen morgen Nachfrage erzeugen. Wer ein aufkommendes Keyword früh besetzt, baut Autorität auf, bevor der Wettbewerb einsteigt.

  • Google Trends auswerten: Erkennen Sie steigende und fallende Interessen sowie saisonale Muster. Ein Begriff mit moderatem Volumen, aber klarer Aufwärtskurve ist oft wertvoller als ein stagnierender Hochvolumen-Begriff.
  • Saisonalität einplanen: Viele B2B-Themen folgen Jahreszyklen, etwa rund um Budgetplanung, Jahresabschluss oder regulatorische Stichtage. Content muss vor der Nachfragespitze stehen, nicht erst danach.
  • Regulatorische und technologische Trigger nutzen: Neue Gesetze, Normen oder Technologien erzeugen verlässlich neue Suchanfragen. Der EU AI Act mit seiner Kennzeichnungspflicht ab dem 2. August 2026 (EU) ist ein Beispiel für ein Thema, dessen Nachfrage planbar wächst.
  • Themen-Roadmap führen: Halten Sie aufkommende Themen in einer Roadmap fest und ordnen Sie sie Ihren Clustern zu, statt nur reaktiv auf Bestandsnachfrage zu reagieren.

Häufige Fehler in der Keyword-Recherche

  • Nur auf Suchvolumen optimieren: Hohe Volumina sind umkämpft und oft generisch. Der kaufnahe Long-Tail bleibt ungenutzt, obwohl er die Mehrheit der Nachfrage stellt.
  • Suchintention ignorieren: Inhalte, die das von der SERP erwartete Format verfehlen, ranken nicht, egal wie gut sie geschrieben sind.
  • Keyword-Kannibalisierung: Mehrere eigene Seiten zum selben Keyword konkurrieren miteinander und schwächen sich gegenseitig. Cluster-Struktur verhindert das.
  • Keyword-Stuffing: Das mechanische Wiederholen von Keywords schadet Lesbarkeit und Ranking. Semantische Abdeckung über Entitäten ersetzt das Stopfen.
  • KI-Massencontent ohne Mehrwert: Generierte Texte ohne eigenen Information Gain erzeugen Thin und Duplicate Content und verfehlen E-E-A-T.
  • Recherche als Einmalaktion: Suchverhalten, Wettbewerb und KI-Antworten verändern sich laufend. Eine Keyword-Liste ohne regelmäßige Pflege veraltet.

Metriken und Messung des Recherche-Erfolgs

Der Erfolg der Keyword-Recherche zeigt sich nicht in der Länge der Liste, sondern in messbaren Ergebnissen.

  • Ranking-Entwicklung: Verfolgen Sie Positionen für die priorisierten Keywords und Cluster über die Zeit, nicht nur für einzelne Hochvolumen-Begriffe.
  • Organischer Traffic und Klicks: Die Google Search Console zeigt, welche Queries tatsächlich Klicks und Impressionen bringen, inklusive der Long-Tail-Anfragen, die kein Tool prognostiziert.
  • Conversions aus organischem Traffic: Die entscheidende Kennzahl im B2B. Ein Keyword ist erst wertvoll, wenn es zu Anfragen oder Leads führt.
  • SERP-Feature- und AI-Sichtbarkeit: Prüfen Sie, ob Inhalte in Featured Snippets, People Also Ask oder AI Overviews erscheinen. Diese Sichtbarkeit wirkt zunehmend auch ohne Klick.
  • Themenautorität: Messen Sie, ob ganze Cluster an Sichtbarkeit gewinnen, als Indikator dafür, dass die thematische Strategie greift.

Weiterführendes und Fazit

Keyword Recherche ist mehr als das Sammeln von Begriffen mit Suchvolumen. Sie ist die strategische Übersetzung des realen Suchverhaltens einer Zielgruppe in eine priorisierte, nach Intention und Themen strukturierte Content-Architektur. Die wirksamsten Prinzipien sind konsistent: Suchintention vor Volumen, Themen-Cluster vor Einzel-Keywords, Information Gain vor Wiederholung und echte E-E-A-T-Kompetenz vor Breite. Im DACH-Raum kommt die bewusste Lokalisierung auf österreichisches Deutsch und B2B-Nischen hinzu.

Mit der KI-Suche erweitert sich die Recherche um konversationelle Anfragen und um die Sichtbarkeit in AI Overviews, ohne die Grundlagen außer Kraft zu setzen. Sinnvolle nächste Schritte sind eine Bestandsaufnahme der bestehenden Rankings, der Aufbau einer ersten Cluster-Map für das wichtigste Thema und die Integration von SERP- und Trend-Analyse in einen wiederkehrenden Recherche-Prozess.

Daten & Statistiken

91,8 Prozent aller Suchbegriffe sind Long-Tail-Keywords (1 bis 100 Suchen pro Monat); das mediane Suchvolumen je Keyword liegt bei nur 10 Suchen pro Monat (Analyse von 306 Mio. Keywords)

Backlinko (Brian Dean) - We Analyzed 306 Million Keywords [international] (2020)

Rund 93 Prozent aller Keywords in der Ahrefs-US-Datenbank haben weniger als 10 Suchen pro Monat; über 95 Prozent der konversationellen Long-Tail-Keywords haben kein messbares Suchvolumen

Ahrefs Blog - Long-tail Keywords [US-Datenbank] (2024)

Über 80 Prozent aller Web-Suchanfragen sind informational, bei je rund 10 Prozent navigational und transaktional

Jansen, Booth & Spink - Determining the informational, navigational, and transactional intent of Web queries [international] (2008)

GEO-Methoden steigern die Sichtbarkeit einer Quelle in generativen Suchmaschinen um bis zu 40 Prozent; die wirksamsten Methoden (Statistiken, Zitate, Quellenangaben) erzielen 30 bis 40 Prozent relative Verbesserung (GEO-bench, 10.000 Queries)

Aggarwal et al. - GEO: Generative Engine Optimization (Princeton et al.), KDD 2024, arXiv:2311.09735v3 [internationale Forschung] (2024)

Der Einsatz von KI verschafft Inhalten keinen Sonderbonus; entscheidend ist, ob sie nützlich, hilfreich, originell sind und E-E-A-T erfüllen. Content primär zur Ranking-Manipulation verstößt gegen die Spam-Richtlinien

Google Search Central Blog - Google Search's guidance about AI-generated content [Google] (2023)

Die Transparenzpflichten nach Artikel 50 EU AI Act (maschinenlesbare Kennzeichnung KI-generierter Inhalte) treten am 2. August 2026 in Kraft

EU Artificial Intelligence Act - Article 50: Transparency Obligations [EU] (2026)

68,01 Prozent aller Google-Suchen endeten in den ersten vier Monaten 2026 ohne Klick (Similarweb-Panel, US)

SparkToro (Rand Fishkin) - In 2026, Less than One Third of Google Searches Still Send a Click [international/US] (2026)

EU: 59,7 Prozent Zero-Click-Suchen 2024; 374 Klicks pro 1.000 Suchen gehen ins offene Web

SparkToro (Rand Fishkin) - 2024 Zero-Click Search Study [EU] (2024)

AI Overviews wurden 2025 je nach Monat für 6,49 Prozent bis 24,61 Prozent der Suchanfragen ausgelöst; im Januar 2025 waren 91,3 Prozent der AI-Overview-Anfragen informational (10 Mio.+ Keywords)

Semrush - AI Overviews Study [international] (2025)

Bei Anfragen mit AI Overview fiel die organische Klickrate informationsorientierter Anfragen um 61 Prozent, von 1,76 auf 0,61 Prozent (3.119 Anfragen, 25,1 Mio. organische Impressionen, seit Mitte 2024)

Seer Interactive (via Search Engine Land) [international] (2025)

Google hält in Österreich rund 82 Prozent (81,87 %) Suchmaschinen-Marktanteil, vor Bing mit 9,01 %; auf Mobilgeräten 91,79 % (Mai 2026)

StatCounter Global Stats - Search Engine Market Share Austria [Österreich] (2026)

2024 nutzten 20,3 Prozent der österreichischen Unternehmen ab 10 Beschäftigten KI (2023: 10,8 %); 65 Prozent der KI-nutzenden Unternehmen setzen sie zur Texterkennung und -verarbeitung ein

STATISTIK AUSTRIA - Pressemitteilung 13 449-215/24, IKT-Einsatz in Unternehmen 2024 [Österreich] (2024)

Häufig gestellte Fragen

Wie funktioniert Keyword-Recherche Schritt für Schritt?
Beginnen Sie mit 5 bis 15 Seed-Keywords, die Ihr Angebot beschreiben. Ergänzen Sie diese durch Brainstorming um Synonyme, Probleme und die tatsächliche Kundensprache. Erweitern Sie die Liste mit Tools wie Google Keyword Planner, Ahrefs, Semrush und AnswerThePublic zu Hunderten von Varianten und werten Sie People Also Ask sowie die Google-Autovervollständigung aus. Gruppieren Sie die Rohliste anschließend nach Thema und Suchintention und priorisieren Sie nach Relevanz, Aufwand und Geschäftswert, nicht allein nach Suchvolumen. Das Ergebnis ist eine strukturierte Keyword-Map, die direkt in die Content-Planung übergeht.
Was ist wichtiger: Suchvolumen oder Suchintention?
Die Suchintention ist wichtiger als das Suchvolumen. Ein Keyword mit hohem Volumen ist wertlos, wenn der Inhalt die Absicht dahinter verfehlt. Es werden vier Intentionstypen unterschieden: informational, navigational, kommerziell und transaktional. Über 80 Prozent aller Suchanfragen sind laut wissenschaftlicher Studie informational. Die zuverlässigste Methode zur Bestimmung ist die SERP-Analyse: Welche Inhalte tatsächlich bei Google ranken, zeigt, welches Format und welche Absicht Google der Anfrage zuordnet.
Warum sind Long-Tail-Keywords trotz geringem Suchvolumen wertvoll?
Weil sie die Mehrheit der gesamten Nachfrage stellen. 91,8 Prozent aller Suchbegriffe sind Long-Tail-Keywords mit 1 bis 100 Suchen pro Monat, und rund 93 Prozent aller Keywords haben unter 10 Suchen pro Monat. Long-Tail-Keywords haben geringeren Wettbewerb, eine präzisere Intention und damit eine höhere Conversion-Wahrscheinlichkeit. Im B2B mit kleinen, spezialisierten Zielgruppen ist dieser kaufnahe Long-Tail oft wertvoller als generische Hochvolumen-Begriffe. Über 95 Prozent der konversationellen Long-Tail-Keywords haben sogar kein messbares Suchvolumen und werden durch die KI-Suche relevanter.
Was sind Topic Cluster und Pillar Pages in der Keyword-Recherche?
Topic Cluster bündeln verwandte Keywords zu thematischen Gruppen statt zu isolierten Einzelseiten. Eine Pillar Page deckt das übergeordnete Thema umfassend ab und richtet sich auf das zentrale breite Keyword aus. Mehrere Cluster-Artikel vertiefen spezifische Unterfragen und Long-Tail-Keywords. Pillar und Cluster verlinken konsistent untereinander. Diese Struktur vermeidet Keyword-Kannibalisierung und baut Themenautorität auf, weil Suchmaschinen erkennen, dass eine Website ein Thema umfassend abdeckt.
Bestraft Google KI-generierte Inhalte in der Keyword-Recherche?
Nein, Google bewertet KI-Inhalte nicht pauschal negativ, sondern nach Qualität. Laut offizieller Google-Guidance verschafft der Einsatz von KI Inhalten keinen Sonderbonus; entscheidend ist, ob sie nützlich, hilfreich, originell sind und E-E-A-T erfüllen. Bestraft wird Content, der primär zur Manipulation von Rankings erzeugt wird, da dies gegen die Spam-Richtlinien verstößt. Das größte Risiko ist massenhaft generierter Thin und Duplicate Content ohne eigenen Information Gain. Zusätzlich gilt ab dem 2. August 2026 nach Artikel 50 des EU AI Act eine Pflicht zur maschinenlesbaren Kennzeichnung KI-generierter Inhalte.
Wie recherchiere ich Keywords für den österreichischen Markt?
Lokalisieren Sie die Recherche bewusst auf österreichisches Deutsch und Austriazismen, etwa Jänner statt Januar oder Firmenbuch statt Handelsregister. Ergänzen Sie regionale Modifier wie Wien, Graz, Linz oder Salzburg und österreichische Marktbegriffe wie WKO, Gewerbeschein oder ATU-Nummer. In spezialisierten B2B-Branchen ist das Suchvolumen klein, die Kaufabsicht aber hoch. Da Google den österreichischen Markt mit rund 82 Prozent Marktanteil dominiert, lassen sich lokale Begriffe zuverlässig über Google-Autovervollständigung und verwandte Suchen mit AT-Standorteinstellung validieren.
Wie verändert die KI-Suche die Keyword-Recherche?
KI-Prompts werden selbst zur Keyword-Quelle: Was Nutzer ChatGPT, Perplexity oder Claude fragen, ergänzt die klassische Recherche um konversationelle, oft volumenlose Anfragen. Gleichzeitig steigt der Zero-Click-Anteil; 2026 endeten 68,01 Prozent aller Google-Suchen ohne Klick. AI Overviews wurden 2025 für bis zu 24,61 Prozent der Suchanfragen ausgelöst und senken die organische Klickrate informationsorientierter Anfragen deutlich. Die Strategie verschiebt sich von reiner Klick-Optimierung hin zu Sichtbarkeit in SERP-Features und AI Overviews, getragen von einzigartigem Information Gain und belegten Daten.

Wie schneidet deine Website ab?

Erhalte einen kostenlosen, KI-gestützten SEO-Report deiner Website per E-Mail – technische SEO, On-Page, Keywords & Wettbewerber. Unverbindlich.

Kostenlosen SEO-Audit anfordern