Algorithmus-Updates 2024-2026: Die wichtigsten Änderungen
Mit den Google-Algorithmus-Updates 2024 bis 2026 wurde das Ranking-System auf drei Ebenen umgebaut: Das March 2024 Core Update integrierte das Helpful Content System ins Kern-Ranking und brachte drei neue Spam-Richtlinien (Scaled Content Abuse, Site Reputation Abuse mit Enforcement ab 5. Mai 2024, Expired Domain Abuse), wodurch laut Google 45 Prozent weniger minderwertiger Content in den Ergebnissen erschien. Der Content Warehouse API Leak im Mai 2024 bestätigte mit 14.014 dokumentierten Attributen, dass Engagement-Signale (NavBoost) und ein gespeicherter Autoritätswert (siteAuthority) Teil der Bewertung sind. Mit dem Aufstieg von AI Overviews verschiebt sich der Fokus zusätzlich von klassischem Ranking zu Generative Engine Optimization (GEO), also der Optimierung auf Zitierfähigkeit in KI-Antworten.
Auf einen Blick
- ✓March 2024 Core Update: Das Helpful Content System wurde ins Kern-Ranking integriert; laut Google erschien danach 45 Prozent weniger minderwertiger, unoriginaler Content (erwartet waren 40 Prozent).
- ✓Drei neue Spam-Richtlinien 2024: Scaled Content Abuse, Site Reputation Abuse (Enforcement ab 5. Mai 2024) und Expired Domain Abuse; Scaled Content Abuse greift unabhängig von der Erstellungsmethode.
- ✓Content Warehouse API Leak (Mai 2024): 2.596 Module mit 14.014 Attributen; NavBoost wird 84-mal genannt und ein gespeichertes siteAuthority-Merkmal ist belegt, das früheren Google-Aussagen widerspricht.
- ✓NavBoost bestätigt Klick-Signale als Bewertungsgrundlage: Title Tags, Heading-Struktur und interne Verlinkung sollten auf Klick-Qualität und Verweildauer ausgerichtet werden, nicht nur auf Keywords.
- ✓AI Overviews verschieben den Fokus zu GEO: Ihre Präsenz korreliert mit einer um 58 Prozent niedrigeren Klickrate der Top-Seite; gezielte GEO-Methoden steigern die Sichtbarkeit in KI-Antworten laut Princeton um bis zu 40 Prozent.
- ✓JSON-LD ist das von Google bevorzugte Schema-Format und stieg von 34 Prozent (2022) auf 41 Prozent der Seiten (2024); es ist der Standard für neue On-Page-Implementierungen.
- ✓Für Österreich besonders relevant: Google dominiert mit 81,87 Prozent Marktanteil (Mai 2026), weshalb jede Algorithmusänderung den Markt nahezu ungefiltert trifft und Recovery siteweit ansetzen muss.
Zwischen 2024 und 2026 hat Google sein Ranking-System tiefgreifender umgebaut als in den Jahren zuvor. Das Helpful Content System wanderte ins Kern-Ranking, drei neue Spam-Richtlinien kamen hinzu, ein interner Dokumentations-Leak legte tausende Ranking-Signale offen, und mit AI Overviews verschob sich das Suchverhalten weg vom klassischen Klick. Für B2B-Sites im DACH-Raum ist das keine akademische Chronik, sondern eine konkrete Handlungsgrundlage: Jedes dieser Updates hatte unmittelbare Konsequenzen für Title Tags, Content-Struktur, interne Verlinkung, Schema-Markup und die Frage, wie Inhalte in generativen Antworten überhaupt noch sichtbar werden. Dieser Artikel ordnet die wichtigsten Änderungen chronologisch ein und leitet daraus ab, was on-page zu tun ist.
Warum diese Update-Welle on-page alles verändert hat
Frühere Algorithmus-Updates ließen sich oft als isolierte Drehung an einer Stellschraube verstehen. Die Welle 2024 bis 2026 ist anders, weil sie drei Ebenen gleichzeitig trifft: die siteweite Qualitätsbewertung, die Bewertung einzelner Signale und die Art, wie Suchergebnisse überhaupt ausgeliefert werden.
Den deutlichsten Beleg lieferte Google selbst. Mit dem March 2024 Core Update verschwand laut Google 45 Prozent weniger minderwertiger, unoriginaler Content aus den Suchergebnissen, mehr als die ursprünglich erwarteten 40 Prozent (international, Rollout abgeschlossen 19. April 2024). Eine Reduktion in dieser Größenordnung verschiebt das Sichtbarkeitsumfeld für jede Site, auch für solche, die nicht direkt abgewertet wurden: Wer im bereinigten Index bleibt, konkurriert um andere Plätze.
Parallel verändert sich die SERP selbst. AI Overviews wurden im November 2025 laut einer internationalen Auswertung von über zehn Millionen Keywords für 15,69 Prozent der Anfragen ausgelöst, nachdem der Anteil im Juli 2025 mit 24,61 Prozent seinen Höhepunkt erreicht hatte und im Januar 2025 noch bei 6,49 Prozent lag (international). Die Konsequenz für die On-Page-Arbeit ist doppelt: Klassische Ranking-Faktoren bleiben relevant, reichen aber nicht mehr aus, weil ein wachsender Teil der Antworten oberhalb der organischen Treffer entsteht.
Für Österreich verschärft die Marktstruktur diesen Effekt. Im Mai 2026 lag der Suchmaschinen-Marktanteil von Google in Österreich bei 81,87 Prozent, vor Bing mit 9,01 Prozent und DuckDuckGo mit 2,75 Prozent (Österreich). Wer in Österreich B2B-Sichtbarkeit aufbaut, optimiert faktisch fast ausschließlich für ein einziges System. Jede Google-Algorithmusänderung trifft den österreichischen Markt damit nahezu ungefiltert.
Chronologie: Die wichtigsten Updates 2024 bis 2026
Die Update-Welle lässt sich in drei Schlüsselereignisse gliedern, die jeweils einen eigenen On-Page-Schwerpunkt setzen.
- March 2024 Core Update (Qualität siteweit): Google integrierte das Helpful Content System ins Kern-Ranking und führte gleichzeitig drei neue Spam-Richtlinien ein. Der Schwerpunkt liegt auf siteweiter Inhaltsqualität, Originalität und der Frage, ob Inhalte primär für Nutzer oder für Rankings entstehen.
- Mai 2024, Content Warehouse API Leak (Signal-Transparenz): Interne Dokumentation wurde öffentlich und bestätigte, dass Engagement-Signale und ein gespeichertes Autoritätsmerkmal Teil der Bewertung sind. Der On-Page-Schwerpunkt verschiebt sich auf Klick-Qualität, überzeugende Titles und eine Struktur, die Nutzer auf der Seite hält.
- December 2025 Core Update (Konsolidierung): Ein breites Core Update, das die Qualitätslinie der vorangegangenen Updates fortschreibt. Der Schwerpunkt bleibt auf belegbarem Mehrwert, Aktualität und E-E-A-T, jetzt im Kontext der zunehmend KI-geprägten SERP.
Wichtig ist die Einordnung der Begriffe. Ein Core Update ist eine breite Neubewertung der gesamten Relevanz- und Qualitätslogik und erscheint nicht als Meldung in der Search Console. Eine manuelle Maßnahme dagegen wird von einem Prüfer ausgelöst und gemeldet. Die Spam-Richtlinien von 2024 wirken über beide Wege: algorithmisch im laufenden Ranking und als Grundlage für manuelle Maßnahmen.
Das March 2024 Core Update im Detail
Das March 2024 Core Update ist der Dreh- und Angelpunkt der gesamten Welle. Zwei Dinge passierten gleichzeitig.
Erstens wurde das Helpful Content System, zuvor ein separates siteweites Signal, in das Kern-Ranking integriert. Qualität wird damit nicht mehr als nachgelagerter Filter behandelt, sondern als Teil der zentralen Bewertung über mehrere Systeme hinweg. On-Page bedeutet das: Eine einzelne starke Seite kann durch ein schwaches Gesamtumfeld auf derselben Domain ausgebremst werden. Content-Qualität ist eine Eigenschaft der Site, nicht nur der Einzelseite.
Zweitens führte Google drei neue Spam-Richtlinien ein: Expired Domain Abuse, Scaled Content Abuse und Site Reputation Abuse (international). Jede adressiert ein konkretes Muster:
- Scaled Content Abuse: Das Erzeugen vieler Seiten mit dem primären Zweck, Rankings zu manipulieren statt Nutzern zu helfen. Die Richtlinie greift unabhängig davon, ob die Inhalte durch Automatisierung, Menschen oder eine Kombination entstanden sind. Massenhaft umformulierte Allgemeinplätze sind also auch dann ein Verstoß, wenn Menschen beteiligt waren.
- Site Reputation Abuse: Drittinhalte, die ohne enge redaktionelle Aufsicht des Host-Betreibers primär zur Ausnutzung der Domain-Autorität publiziert werden, umgangssprachlich Parasite SEO. Für diese Richtlinie nennt Google ein gesondertes Enforcement-Datum: Sie trat ab dem 5. Mai 2024 in Kraft (international).
- Expired Domain Abuse: Der Aufkauf abgelaufener Domains, um deren Alt-Autorität für minderwertige Inhalte zu missbrauchen.
Eine fachliche Präzisierung ist hier wichtig: Die drei Spam-Richtlinien wurden im selben Beitrag wie das Core Update angekündigt, technisch aber zusammen mit dem gleichzeitig gestarteten March 2024 Spam Update ausgerollt. Anzahl, Namen und das Enforcement-Datum stimmen exakt mit der offiziellen Google-Dokumentation überein. Für die Praxis zählt die Konsequenz: Die Qualitäts- und die Spam-Linie wurden im März 2024 verschmolzen.
Der Content Warehouse API Leak und seine On-Page-Signale
Im Mai 2024 wurde interne Google-Dokumentation öffentlich, die zuvor versehentlich in einem Code-Repository lag. Die Analyse umfasst laut iPullRank 2.596 Module mit 14.014 Attributen (international). Der Leak ist keine Bestätigung von Ranking-Gewichten, aber er belegt, welche Signale Google überhaupt erfasst und speichert. Drei Befunde sind für die On-Page-Arbeit zentral.
NavBoost taucht in der Dokumentation 84-mal namentlich auf und wird als klickgetriebenes System beschrieben, das Rankings verstärkt, anhebt oder absenkt (international). Damit ist belegt, dass aggregiertes Klickverhalten Teil der Bewertung ist. On-Page folgt daraus: Der Title Tag und das angezeigte Snippet entscheiden nicht nur über den ersten Klick, sondern speisen ein System, das Klick-Qualität über die Zeit bewertet. Ein überzeugender, präziser Title ist damit ein Ranking-relevantes Asset, kein Kosmetikum.
Zweitens bestätigt der Leak ein gespeichertes Merkmal namens siteAuthority, das aus einem Qualitätssignal abgeleitet und in der Bewertung angewandt wird (international). Das widerspricht früheren öffentlichen Aussagen, Google nutze keinen seitenweiten Autoritätswert. Für die Praxis untermauert es, was das Helpful Content System bereits nahelegt: Domain-weite Qualität und thematische Konsistenz zahlen auf jede einzelne Seite ein.
Drittens, und für die tägliche Arbeit am wichtigsten: Die Existenz dieser Engagement- und Autoritätssignale verschiebt den Fokus. Wer Title, Content-Struktur und interne Verlinkung optimiert, optimiert nicht nur für die initiale Relevanzbewertung, sondern für das, was Nutzer nach dem Klick tun. Eine klare Heading-Hierarchie, eine schnelle Antwort auf die Suchintention und sinnvolle weiterführende interne Links verlängern die Verweildauer und reduzieren das Zurückspringen zur SERP.
AI Overviews: Vom klassischen Ranking zur Zitierfähigkeit
Die folgenreichste Verschiebung ist nicht algorithmisch, sondern strukturell: Die Antwort entsteht zunehmend in der SERP selbst. Das verändert die Klick-Ökonomie messbar.
Eine internationale Analyse von 300.000 Keywords, je zur Hälfte mit und ohne AI Overview, ergab, dass die Präsenz eines AI Overview mit einer um 58 Prozent niedrigeren durchschnittlichen Klickrate der bestplatzierten Seite korreliert (international, Vergleich Dezember 2023 mit Dezember 2025). Eine zweite, unabhängige Erhebung des Pew Research Center bestätigt die Richtung: Bei Anwesenheit einer KI-Zusammenfassung klickten Nutzer nur in 8 Prozent der Fälle auf ein Ergebnis, gegenüber 15 Prozent ohne Zusammenfassung, was einer relativen Reduktion von 46,7 Prozent entspricht (USA, via Search Engine Journal).
Die strategische Konsequenz heißt Generative Engine Optimization (GEO): Wenn der Klick seltener wird, wird die Erwähnung in der KI-Antwort selbst zum Ziel. Die akademische Grundlage liefert die Princeton-Studie GEO (KDD 2024). Sie zeigt, dass gezielte GEO-Methoden die Sichtbarkeit in generativen Antworten um bis zu 40 Prozent steigern können (international). Wichtig ist die Einordnung: GEO ersetzt klassische On-Page-Optimierung nicht, sondern erweitert sie um die Frage, ob ein Inhalt für ein KI-System gut extrahier- und zitierbar ist.
GEO on-page konkret umsetzen
Die Princeton-Studie ist deshalb so relevant, weil ihre wirksamsten Methoden klassische On-Page-Disziplinen sind, nur mit anderem Ziel. Aus den Befunden lassen sich konkrete Maßnahmen ableiten, die zugleich gute SEO-Praxis bleiben.
- Statistiken mit Quellenangabe einbetten: Konkrete Zahlen mit benannter Quelle machen einen Absatz für KI-Systeme zitierfähig. Ein Satz wie eine vage Behauptung ohne Beleg wird seltener übernommen als eine präzise, belegte Aussage.
- Zitate und Entitäten gezielt einsetzen: Klare Benennung von Personen, Organisationen und Fachbegriffen erleichtert die maschinelle Zuordnung. Entitäten geben dem Modell Ankerpunkte, an denen es Ihren Inhalt einem Thema zuordnet.
- Extrahierbare Definitionen front-loaden: Eine eigenständige, in ein bis zwei Sätzen formulierte Definition direkt unter der passenden Überschrift ist sowohl ein Featured-Snippet-Kandidat als auch ein bevorzugter Baustein generativer Antworten.
- Antwort vor Kontext stellen: Die Kernaussage gehört an den Anfang der Sektion, die Herleitung danach. KI-Systeme extrahieren bevorzugt klar abgegrenzte, in sich verständliche Passagen.
Diese Hebel decken sich mit guter E-E-A-T-Praxis und wirken in der klassischen Suche wie in KI-Antworten. Sie sind die unmittelbarste On-Page-Antwort auf die sinkende Klickrate bei AI-Overview-Präsenz.
On-Page-Konsequenzen der Updates: Title, Struktur, Schema
Aus der Kombination der Updates ergibt sich ein klares On-Page-Pflichtenheft. Vier Bereiche stechen heraus.
- Title Tags als Engagement-Signal: Da der Leak die Klick-Bewertung über NavBoost bestätigt, ist der Title kein reines Keyword-Feld mehr. Er muss die Suchintention treffen, präzise formulieren und zum Klick einladen, weil die anschließende Klick-Qualität in die Bewertung einfließt.
- Heading-Hierarchie als Extraktionsraster: Eine saubere, sequentielle Struktur aus einer H1 und logisch geschachtelten H2 und H3 hilft sowohl klassischen Crawlern als auch KI-Systemen, einzelne Passagen zu erfassen und zuzuordnen. Überschriften sollten beschreiben, was der Abschnitt beantwortet, nicht vage Schlagworte tragen.
- Schema-Markup als JSON-LD: Strukturierte Daten machen Inhalte maschinenlesbar. JSON-LD ist das von Google bevorzugte Format und stieg laut Web Almanac von 34 Prozent der Seiten im Jahr 2022 auf 41 Prozent im Jahr 2024 (international). Es ist damit das schnellst wachsende der drei Auszeichnungsformate und der naheliegende Standard für neue Implementierungen.
- Content-Struktur für Helpful-Content-Signale: Inhalte müssen erkennbar eine konkrete Nutzerfrage beantworten, eigenständigen Mehrwert bieten und ihre Aussagen belegen. Genau das wertet die Integration des Helpful Content Systems ins Kern-Ranking als Qualität.
E-E-A-T on-page nach den Quality-Updates stärken
Die Qualitäts-Updates 2024 bis 2026 haben Erfahrung, Fachkompetenz, Autorität und Vertrauenswürdigkeit von einer Soft-Empfehlung zu einer praktischen Notwendigkeit gemacht. E-E-A-T ist kein einzelner Score, aber es wird über zahlreiche Signale algorithmisch angenähert. On-Page lässt es sich konkret machen.
- Autoren-Signale: Benannte Autoren mit nachvollziehbarer Qualifikation, verlinkter Über-uns-Seite und konsistenter Entität über die Site hinweg. Anonyme Masseninhalte sind genau das Muster, das Scaled Content Abuse adressiert.
- Erfahrungsnachweise: Eigene Projektzahlen, Praxisbeispiele und originäre Einschätzungen heben einen Text über austauschbaren Standard. Das ist die Experience-Komponente, die generischer KI-Content typischerweise nicht liefert.
- Aktualität und Originalität: Belegte, aktuelle Daten statt veralteter Allgemeinplätze. Die Verschmelzung von Qualitäts- und Spam-Signalen bestraft unoriginale, recycelte Inhalte siteweit.
- Belege und Quellen: Zentrale Aussagen auf seriöse Primärquellen verlinken. Das erhöht die Vertrauenswürdigkeit für Nutzer, für Google und für KI-Systeme, die belegte Aussagen bevorzugt zitieren.
Für B2B im DACH-Raum ist das ein Vorteil: Fachtiefe, reale Referenzen und nachvollziehbare Autorenschaft sind hier ohnehin Vertrauensgrundlage und decken sich exakt mit den E-E-A-T-Anforderungen.
Häufige Fehler im Umgang mit den Updates
Im Reagieren auf Algorithmus-Updates wiederholen sich typische Fehler, die Sichtbarkeit kosten oder verschenken.
- Core Update mit manueller Maßnahme verwechseln: Wer nach einem Traffic-Einbruch vergeblich auf eine Search-Console-Meldung wartet, verliert Zeit. Ein Core Update meldet sich nicht; nur eine manuelle Maßnahme erscheint dort.
- Auf schnelle Erholung hoffen: Nach einer algorithmischen Abwertung gibt es keinen Reconsideration Request. Eine Neubewertung erfolgt erst in einem späteren Core Update, was Monate dauern kann.
- An Symptomen statt an Ursachen arbeiten: Einzelne Seiten zu optimieren hilft wenig, wenn das siteweite Qualitätsproblem bestehen bleibt. Seit der HCS-Integration ist Qualität eine Eigenschaft der gesamten Domain.
- GEO ignorieren oder verabsolutieren: Beide Extreme schaden. Wer AI Overviews ignoriert, verliert Sichtbarkeit; wer klassische Rankings vernachlässigt, verliert die Basis, aus der heraus KI-Systeme überhaupt zitieren.
- Den Leak überinterpretieren: Der API Leak belegt, welche Signale existieren, nicht ihre Gewichtung. Wer daraus exakte Ranking-Rezepte ableitet, baut auf Spekulation.
Recovery-Strategie und Erfolgsmessung
Der Recovery-Weg hängt vom Treffer-Typ ab. Bei einer manuellen Maßnahme ist die Ursache in der Search Console benannt: Verstoß identifizieren, betroffene Inhalte entfernen oder substanziell verbessern, dann einen Reconsideration Request stellen. Bei einer algorithmischen Abwertung durch ein Core Update hilft nur, die Inhaltsqualität siteweit zu heben und auf die Neubewertung im nächsten passenden Update zu warten.
Der diagnostische Kern ist in beiden Fällen ein Content-Audit. Thin-Content, redundante Vorlagenseiten und unbelegte Massentexte werden identifiziert und entweder gelöscht, zusammengeführt oder mit echtem Mehrwert angereichert. Dieses Pruning unhilfreicher Seiten ist gerade nach der HCS-Integration zentral, weil schwache Seiten die siteweite Bewertung belasten.
Bei der Messung sind nach dieser Update-Welle mehrere Kennzahlen parallel zu führen:
- Rankings und Sichtbarkeit: Positionen für die wichtigsten Keywords, idealerweise im Zeitverlauf um Update-Daten herum, um Korrelationen zu erkennen.
- Klickrate je Position: Da AI Overviews die CTR drücken, ist die Klickrate aus der Search Console ein Frühindikator für SERP-Veränderungen, nicht nur die reine Position.
- KI-Sichtbarkeit: Ob und wo Inhalte in AI Overviews und anderen generativen Antworten als Quelle erscheinen, wird zur eigenständigen Kennzahl neben dem klassischen Ranking.
- Engagement nach dem Klick: Verweildauer und Absprungverhalten als Näherung an die Klick-Qualität, die der Leak als bewertungsrelevant bestätigt hat.
Realistisch ist Erholung kein Schnellprozess. Eine manuelle Maßnahme kann nach erfolgreichem Reconsideration Request binnen Wochen aufgehoben werden; eine Core-Update-Erholung kann mehrere Monate bis zum nächsten passenden Update dauern.
Weiterführendes und Fazit
Die Update-Welle 2024 bis 2026 folgt einem konsistenten Muster: Google bewertet Qualität siteweit, gewichtet Engagement-Signale nachweislich mit und liefert Antworten zunehmend direkt in der SERP. Daraus ergibt sich ein klarer On-Page-Kurs für österreichische B2B-Sites. Erstens, Qualität als Domain-Eigenschaft behandeln und schwache Seiten konsequent prunen. Zweitens, Titles, Heading-Hierarchie und interne Verlinkung auf Klick-Qualität und Verweildauer ausrichten, weil der Leak diese Signale bestätigt hat. Drittens, GEO als Erweiterung der On-Page-Arbeit verstehen: belegte Statistiken, klare Definitionen und JSON-LD-Schema, um in generativen Antworten zitiert zu werden. Da Google in Österreich über vier von fünf Suchen abdeckt, wirkt jede dieser Maßnahmen unmittelbar auf die geschäftsrelevante Sichtbarkeit. Sinnvolle nächste Schritte sind ein Content-Audit auf Thin- und Massentexte, eine Überprüfung der Title- und Heading-Struktur gegen die Suchintention sowie der gezielte Ausbau von Belegen, Autorensignalen und strukturierten Daten.
Daten & Statistiken
Nach dem March 2024 Core Update erschien 45 Prozent weniger minderwertiger, unoriginaler Content in den Suchergebnissen (erwartet waren 40 Prozent); Rollout abgeschlossen am 19. April 2024.
Google (The Keyword / blog.google) - New ways we're tackling spammy, low-quality content on Search [international] (2024)Google kündigte mit dem March 2024 Core Update drei neue Spam-Richtlinien an (Expired Domain Abuse, Scaled Content Abuse, Site Reputation Abuse); die Site-Reputation-Abuse-Richtlinie trat ab dem 5. Mai 2024 in Kraft.
Google Search Central Blog - What web creators should know about our March 2024 core update and new spam policies [international] (2024)Die geleakte Content Warehouse API umfasst 2.596 Module mit 14.014 Attributen; NavBoost wird 84-mal namentlich genannt und ein gespeichertes siteAuthority-Merkmal ist belegt.
iPullRank (Mike King) - Secrets from the Algorithm: Google Search's Internal Engineering Documentation Has Leaked [international] (2024)Gezielte GEO-Methoden können die Sichtbarkeit in generativen Engine-Antworten um bis zu 40 Prozent steigern.
Princeton University - GEO: Generative Engine Optimization (Aggarwal et al., KDD 2024) [international] (2024)Die Präsenz eines AI Overview korreliert mit einer um 58 Prozent niedrigeren durchschnittlichen Klickrate der bestplatzierten Seite (Analyse von 300.000 Keywords, Vergleich Dezember 2023 mit Dezember 2025).
Ahrefs Blog - AI Overviews Reduce Clicks (Update) [international] (2026)AI Overviews wurden im November 2025 für 15,69 Prozent der Anfragen ausgelöst, mit einem Höhepunkt von 24,61 Prozent im Juli 2025 und 6,49 Prozent im Januar 2025 (über 10 Mio. Keywords analysiert).
Semrush Blog - Semrush AI Overviews Study [international] (2025)JSON-LD stieg von 34 Prozent der Seiten im Jahr 2022 auf 41 Prozent im Jahr 2024 und ist das von Google bevorzugte Format für strukturierte Daten.
HTTP Archive - Web Almanac 2024, Structured Data chapter [international] (2024)Suchmaschinen-Marktanteil in Österreich (Mai 2026): Google 81,87 Prozent, Bing 9,01 Prozent, DuckDuckGo 2,75 Prozent.
StatCounter Global Stats - Search Engine Market Share Austria [Österreich] (2026)Bei Anwesenheit einer KI-Zusammenfassung klickten Nutzer nur in 8 Prozent der Fälle auf ein Ergebnis, gegenüber 15 Prozent ohne Zusammenfassung, eine relative Reduktion von 46,7 Prozent (Pew Research Center, 68.000 Suchanfragen).
Pew Research Center (via Search Engine Journal) - The Impact Of AI Overviews: How Publishers Need To Adapt [USA] (2025)Häufig gestellte Fragen
Was waren die wichtigsten Google-Algorithmus-Updates zwischen 2024 und 2026?
Was hat sich mit dem March 2024 Core Update konkret geändert?
Was hat der Google API Leak von Mai 2024 für die On-Page-Optimierung bedeutet?
Was ist GEO und warum wird es durch AI Overviews wichtiger?
Wie unterscheidet sich ein Core Update von einer manuellen Maßnahme bei der Recovery?
Welche On-Page-Maßnahmen sind die richtige Antwort auf die Updates 2024 bis 2026?
Warum sind diese Updates für B2B-Sites in Österreich besonders relevant?
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