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IndexNow: 3,5 Milliarden URLs täglich, ohne Google

Lucas Blochberger··Aktualisiert 11. Juni 2026
Definition

IndexNow ist ein offenes Push-Protokoll, mit dem eine Website Suchmaschinen aktiv über neue, geänderte oder gelöschte URLs benachrichtigt, statt auf den nächsten Crawl zu warten. Es wird von Bing, Yandex, Naver, Seznam.cz und Yep unterstützt; Google nimmt nicht teil. Täglich werden darüber mehr als 3,5 Milliarden URLs eingereicht.

Auf einen Blick

  • Laut Microsoft werden täglich über 3,5 Milliarden URLs über IndexNow eingereicht; 18 Prozent aller neu angeklickten Web-Such-URLs stehen damit im Zusammenhang
  • IndexNow wird von Bing, Yandex, Naver, Seznam.cz und Yep unterstützt; eine einzige Einreichung erreicht alle teilnehmenden Suchmaschinen
  • Google nimmt bewusst nicht teil und setzt weiter auf seine eigene Pull-basierte Crawling-Infrastruktur
  • In Österreich hat Bing rund 9 Prozent Suchmaschinen-Marktanteil, relevant auch wegen der Copilot-Integration über Microsoft 365
  • Next.js hat keine native Integration; sauber ist ein Post-Build-Script mit diff-basierter Einreichung nur geänderter URLs
  • Cloudflare Crawler Hints aktivieren IndexNow automatisch ohne eigene Implementierung, allerdings mit weniger Kontrolle
  • Häufigster Fehler ist Over-Submission, also das wiederholte Melden unveränderter URLs oder ganzer Sitemaps bei jedem Build

Eine neue Produktseite geht live. Bei Google dauert es Tage oder Wochen, bis sie im Index erscheint. Bei Bing, Yandex und mehreren anderen Suchmaschinen kann es Sekunden dauern. Der Unterschied heißt IndexNow: ein Push-Protokoll, über das eine Website Suchmaschinen aktiv mitteilt, welche URLs neu sind, sich geändert haben oder gelöscht wurden. Statt auf den nächsten Crawl zu warten, meldet der Server die Änderung selbst.

Warum IndexNow für technisches SEO relevant ist

Klassische Indexierung funktioniert nach dem Pull-Prinzip. Suchmaschinen-Crawler besuchen eine Website in selbst gewählten Intervallen und entdecken Änderungen erst beim nächsten Durchgang. Bei großen oder sich häufig ändernden Seiten verschwendet das Crawl-Budget und verzögert die Sichtbarkeit. IndexNow dreht dieses Prinzip um: Die Website pusht die Information, die Suchmaschine zieht sie nicht ab.

Die Skalierung des Protokolls macht deutlich, dass es kein Nischenwerkzeug mehr ist. Laut Microsoft werden täglich über 3,5 Milliarden URLs über IndexNow eingereicht, und 18 Prozent aller neu in den Web-Suchergebnissen angeklickten URLs stehen im Zusammenhang mit dem Protokoll. Die unabhängige Aufbereitung bei Wikipedia nennt für 2024 2,5 Milliarden eingereichte URLs und 17 Prozent aller angeklickten Bing-URLs aus IndexNow. Das Wachstum ist steil: Im September 2023 nutzten über 60 Millionen Websites das Protokoll und reichten täglich über 1,4 Milliarden URLs ein.

Für B2B-Unternehmen im DACH-Raum ist der zweite Teil des Versprechens entscheidend: Indexierung ohne Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Wer ausschließlich auf Googles Crawl-Logik setzt, hat keinen Hebel auf das Timing. IndexNow gibt diesen Hebel zurück, zumindest für die teilnehmenden Suchmaschinen.

Wie das Push-Protokoll technisch funktioniert

IndexNow basiert auf drei Bausteinen: einem API-Key, einer Host-Verifizierung über eine Schlüssel-Datei und einem einfachen HTTP-Endpoint.

API-Key generieren: Der Betreiber erzeugt einen alphanumerischen Schlüssel (mindestens 8, maximal 128 Zeichen, hexadezimal). Dieser Schlüssel identifiziert die Website gegenüber den Suchmaschinen.

Schlüssel-Datei hinterlegen: Eine Textdatei mit dem Schlüssel als Dateiname und Inhalt wird im öffentlich erreichbaren Stammverzeichnis abgelegt, etwa unter https://www.beispiel.at/{key}.txt. Damit beweist der Betreiber, dass er den Host kontrolliert. Ohne diese Host-Verifizierung lehnen die Suchmaschinen die Einreichung ab. Genau das verhindert, dass jemand fremde URLs einreicht.

URLs per POST melden: Geänderte URLs werden als JSON an einen Endpoint geschickt, zum Beispiel an https://api.indexnow.org/indexnow oder direkt an https://www.bing.com/indexnow. Das Protokoll teilt jede Meldung an alle teilnehmenden Suchmaschinen, eine einzelne Einreichung genügt. Eine einzelne URL kann auch per einfachem GET gemeldet werden, der POST-Endpoint erlaubt bis zu 10.000 URLs pro Anfrage als Liste.

Mehr braucht es nicht. Es gibt keine Authentifizierung über OAuth, keine Quotas pro Konto und keine komplexe Einrichtung. Die Einfachheit ist der Grund für die breite Adoption.

Welche Suchmaschinen mitmachen und warum Google fehlt

IndexNow wird von einem festen Kreis getragen: Bing (Microsoft, Initiator gemeinsam mit Yandex), Yandex (führend in Russland), Naver (führend in Südkorea), Seznam.cz (relevant in Tschechien) und Yep (die Suchmaschine von Ahrefs). Eine einzige Einreichung erreicht alle diese Engines gleichzeitig.

Google fehlt bewusst. Das Unternehmen nimmt nicht an IndexNow teil und betreibt weiterhin seine eigene Pull-basierte Crawling-Infrastruktur, statt das Push-System zu übernehmen. Der Hintergrund ist strukturell: Google verfügt über genug Crawl-Kapazität, um Änderungen selbst zeitnah zu entdecken, und hat wenig Anreiz, Indexierungssignale an ein offenes Protokoll abzugeben, das es nicht kontrolliert.

Das relativiert das Argument "ohne Google" richtig eingeordnet: IndexNow ersetzt nicht die Google-Indexierung. Es ergänzt sie um einen Kanal zu allen anderen relevanten Suchmaschinen. Wer im DACH-Raum nur an Google denkt, übersieht, dass dieser ergänzende Kanal kostenlos und mit geringem Aufwand zu haben ist.

IndexNow in Next.js sauber implementieren

Next.js bietet keine native IndexNow-Integration. Der saubere Weg führt über ein Post-Build-Script, das ausschließlich geänderte URLs meldet.

Sitemap als Quelle: Mit next-sitemap wird bei jedem Build eine aktuelle XML-Sitemap erzeugt. Diese dient als Liste aller indexierbaren URLs.

Schlüssel-Datei ins public-Verzeichnis: Die Datei {key}.txt liegt unter /public, damit Next.js sie statisch ausliefert. So ist die Host-Verifizierung dauerhaft erfüllt.

Diff-basierte Einreichung: Das Script vergleicht die aktuelle Sitemap mit dem letzten bekannten Stand (etwa einem im Repository oder Cache gespeicherten Snapshot) und meldet nur neu hinzugekommene oder geänderte URLs. Das ist der wichtigste Schritt: Bei jedem Deploy die komplette Sitemap zu pushen, gilt als Over-Submission und bringt keinen Vorteil.

CI/CD-Integration: Das Script läuft als letzter Schritt der Deploy-Pipeline, nachdem die neuen Seiten live sind. Sinnvoll ist ein Trigger über einen Webhook beim erfolgreichen Deployment, nicht bei jedem Commit. So werden nur tatsächlich veröffentlichte Änderungen gemeldet.

Wichtig: Eine URL erst dann melden, wenn sie unter ihrer endgültigen Adresse erreichbar ist und einen 200-Status liefert. Das Pingen von URLs, die noch eine 404 oder einen Redirect zeigen, ist kontraproduktiv.

IndexNow, XML-Sitemaps und Google Indexing API abgrenzen

Die drei Mechanismen lösen unterschiedliche Probleme und schließen sich nicht aus.

XML-Sitemaps: Die Grundausstattung. Sie listen alle indexierbaren URLs samt Änderungsdatum und werden von allen Suchmaschinen, auch Google, ausgelesen. Sitemaps sind passiv: Sie laden Crawler ein, ersetzen aber keine aktive Benachrichtigung.

IndexNow: Der aktive Push für Bing, Yandex, Naver, Seznam und Yep. Geeignet für sofortige Meldungen bei jeder Art von Inhaltsänderung. Ergänzt die Sitemap, ersetzt sie nicht.

Google Indexing API: Häufig missverstanden. Die Indexing API ist laut Google offiziell nur für Seiten mit JobPosting- oder BroadcastEvent-Markup (Livestreams) vorgesehen. Sie ist kein allgemeiner Push-Kanal für beliebige URLs. Wer reguläre Seiten darüber meldet, nutzt sie zweckwidrig.

Die sinnvolle Kombination für eine DACH-B2B-Seite: vollständige XML-Sitemap für alle Engines, IndexNow als sofortiger Push für alle teilnehmenden Suchmaschinen, und für Google die normale Sitemap plus saubere interne Verlinkung, damit der Googlebot Änderungen schnell selbst findet.

Relevanz von Bing und IndexNow im DACH-Raum

Der Marktanteil von Bing in Österreich ist überschaubar, aber nicht vernachlässigbar. Laut StatCounter steht in Österreich Google bei 81,87 Prozent und Bing bei 9,01 Prozent Suchmaschinen-Marktanteil (2026). Knapp jede zehnte Suche läuft also nicht über Google.

Dieser Anteil gewinnt durch die Copilot-Integration an Bedeutung. Microsoft speist seine KI-Assistenten aus dem Bing-Index. Wer schnell in Bing indexiert wird, hat damit eine bessere Ausgangslage für die Auffindbarkeit in Copilot, das in vielen österreichischen Unternehmen über Microsoft 365 ohnehin vorhanden ist. Für B2B-Auffindbarkeit jenseits von Google ist das ein konkreter, messbarer Hebel: Die Zielgruppe sitzt teils in genau den Umgebungen, die Bing als Datenquelle nutzen.

IndexNow, AI-Crawler und GEO

Die Indexierungsgeschwindigkeit ist auch für die Sichtbarkeit in KI-Systemen relevant. Generative Suche und LLM-gestützte Antworten greifen auf Suchindizes und auf eigene Crawls zurück. Inhalte, die schnell im Bing-Index landen, stehen früher als Quelle für Microsofts KI-Produkte zur Verfügung.

Gleichzeitig explodiert der Bot-Traffic. Laut Cloudflare stieg der Anteil von OpenAIs GPTBot zwischen Mai 2024 und Mai 2025 von 2,2 auf 7,7 Prozent, bei einem Anstieg der Anfragen um 305 Prozent (internationale Daten). Jeder zusätzliche Crawler belastet den Server. Hier wirkt IndexNow doppelt: Es schont das Crawl-Budget, weil teilnehmende Suchmaschinen nicht spekulativ nach Änderungen suchen müssen, und es reduziert unnötige Server-Last, weil gezielt gemeldet statt flächendeckend abgesucht wird. Wer präzise pusht, gibt den Engines genau die Information, die sie sonst durch wiederholtes Crawlen ermitteln würden.

Best Practices und häufige Fehler

Nur eigene Hosts einreichen: IndexNow akzeptiert ausschließlich URLs des verifizierten Hosts. Das ist kein optionales Detail, sondern die zentrale Sicherheitsregel des Protokolls.

Den API-Key nicht als Geheimnis behandeln, aber sauber verwalten: Der Schlüssel liegt ohnehin öffentlich als Datei im Stammverzeichnis. Er schützt nicht vor Auslesen, sondern beweist nur die Host-Kontrolle. Trotzdem sollte pro Property ein eigener Schlüssel verwendet werden, und bei Verdacht auf Missbrauch wird er ausgetauscht.

Over-Submission vermeiden: Dieselbe unveränderte URL wiederholt zu melden, bringt nichts und kann als Spam-Signal gewertet werden. Nur echte Änderungen melden.

Rate-Limits respektieren: Die Engines drosseln bei exzessiven Einreichungen. Diff-basierte Logik und eine sinnvolle Bündelung pro Deploy halten das Volumen niedrig.

Häufigster Fehler: Die komplette Sitemap bei jedem Build zu pushen. Das ist Over-Submission ohne Nutzen. Der zweithäufigste Fehler ist das Melden von URLs, die einen Redirect, eine 404 oder ein noindex zurückgeben. Eine gemeldete URL sollte mit den restlichen technischen SEO-Signalen konsistent sein.

Einbettung in eine moderne technische SEO-Architektur

IndexNow ist ein Baustein, kein Ersatz für sauberes technisches SEO. Die gemeldete URL muss zur übrigen Signalik passen.

Canonical: Nur die kanonische Variante einer Seite melden, nicht Parameter- oder Duplikat-URLs. Die Verbreitung des Canonical-Tags zeigt, wie etabliert dieses Signal ist: 65 Prozent der mobilen und 69 Prozent der Desktop-Seiten setzen rel=canonical (2024, internationale Daten).

robots.txt und noindex: Was per robots.txt gesperrt oder per noindex ausgeschlossen ist, gehört nicht in eine IndexNow-Meldung. Widersprüchliche Signale verwirren die Suchmaschine.

hreflang: Bei mehrsprachigen DACH-Seiten (etwa Österreich, Deutschland, Schweiz) sollten alle Sprachvarianten gemeldet werden, damit die Engines die hreflang-Cluster schnell vollständig erfassen.

Strukturierte Daten: Schema-Markup erhöht die Verständlichkeit für Suchmaschinen und KI-Systeme. Eine schnell indexierte Seite mit sauberem Schema ist früher für Rich Results und generative Antworten verfügbar.

Core Web Vitals: Schnelle Indexierung nützt nur, wenn die Seite auch performt. Die Latte liegt hoch: Laut Web Almanac bestehen 48 Prozent der mobilen Seiten die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS) (2024, internationale Daten). IndexNow beschleunigt die Indexierung, ersetzt aber keine Optimierung von Ladezeit und Interaktivität.

Auf Infrastrukturebene passt IndexNow zu modernen Edge- und CDN-Setups. Diese liefern Schlüssel-Datei und Inhalte schnell aus, was die Konsistenz der Meldungen unterstützt. Aktuelle Transportprotokolle sind dabei verbreitet: HTTP/3 wird von rund 34 Prozent der zehn Millionen größten Websites unterstützt (2024, internationale Daten).

Cloudflare Crawler Hints als automatischer Weg

Wer keine eigene Implementierung pflegen will, kann IndexNow über Cloudflare Crawler Hints aktivieren. Diese Funktion erkennt automatisch, wann sich Inhalte ändern, und sendet entsprechende IndexNow-Benachrichtigungen, ohne dass ein eigenes Script oder eine Schlüssel-Verwaltung nötig ist. Cloudflare übernimmt Schlüssel und Übermittlung. Für Seiten, die ohnehin hinter Cloudflare laufen, ist das der schnellste Einstieg: ein Schalter im Dashboard statt eines Post-Build-Scripts. Der Preis dafür ist weniger Kontrolle darüber, welche URLs genau und in welchem Moment gemeldet werden. Für komplexe, diff-gesteuerte Logik bleibt die eigene Implementierung präziser.

DSGVO-Einordnung beim Pingen an Drittsuchmaschinen

Aus österreichischer und DACH-B2B-Perspektive ist die datenschutzrechtliche Einordnung in der Regel unkritisch, sollte aber bewusst getroffen werden. IndexNow überträgt URLs und den API-Key an die teilnehmenden Suchmaschinen. URLs öffentlich erreichbarer Seiten sind keine personenbezogenen Daten, solange die Adresse selbst keine personenbezogenen Parameter enthält. Genau hier liegt der Prüfpunkt: URLs mit personenbezogenen Query-Parametern (etwa Tokens, Namen oder IDs) gehören generell nicht in eine öffentliche Sitemap und damit auch nicht in eine IndexNow-Meldung.

Die Übermittlung erfolgt Server-zu-Server, ohne Endgerät und ohne Cookies des Besuchers. Eine Consent-Pflicht nach der ePrivacy-Logik entsteht dadurch nicht, weil kein Zugriff auf das Endgerät des Nutzers stattfindet. Relevant bleibt die übliche Sorgfalt: Yandex hat seinen Sitz in Russland, ein Drittland ohne Angemessenheitsbeschluss. Übertragen werden hier aber nur ohnehin öffentliche URLs, kein personenbezogener Datenbestand, weshalb das Risiko in der Praxis gering ist. Wer ganz sicher gehen will, kann die Einreichung auf einzelne Endpoints (etwa nur Bing) beschränken und Yandex bewusst ausschließen.

Weiterführendes

IndexNow ist ein kleiner technischer Baustein mit klarem Nutzen: sofortige Indexierung bei allen relevanten Suchmaschinen außer Google, mit minimalem Implementierungsaufwand. Der größte Hebel liegt in der diff-basierten, sauberen Einreichung und in der Konsistenz mit den übrigen SEO-Signalen. Für DACH-B2B-Seiten lohnt sich die Aktivierung, sei es über Cloudflare Crawler Hints oder ein eigenes Post-Build-Script in Next.js. Im nächsten Schritt empfiehlt sich die Verbindung mit dem Monitoring in den Bing Webmaster Tools und die Abstimmung mit Canonical-, hreflang- und Sitemap-Strategie.

Daten & Statistiken

Über 3,5 Milliarden URLs werden täglich über IndexNow eingereicht; 18 Prozent aller neu in Web-Suchergebnissen angeklickten URLs stehen im Zusammenhang mit dem Protokoll

Bing Webmaster Blog (Microsoft) (2024)

2024: 2,5 Milliarden eingereichte URLs, 17 Prozent aller angeklickten Bing-URLs stammen aus IndexNow

Wikipedia: IndexNow (Abschnitt Adoption and tools) (2024)

September 2023: über 60 Millionen Websites nutzten IndexNow und reichten täglich über 1,4 Milliarden URLs ein

Wikipedia: IndexNow (zitiert Search Engine Journal) (2023)

Suchmaschinen-Marktanteil Österreich: Google 81,87 Prozent, Bing 9,01 Prozent

StatCounter GlobalStats - Search Engine Market Share Austria (2026)

Google nimmt nicht an IndexNow teil und betreibt weiterhin seine eigene Pull-basierte Crawling-Infrastruktur

PPC Land (2024)

GPTBot-Anteil stieg von Mai 2024 bis Mai 2025 von 2,2 auf 7,7 Prozent, bei einem Anstieg der Anfragen um 305 Prozent

Cloudflare Blog (2025)

2024 bestehen 48 Prozent der mobilen Seiten die Core Web Vitals (LCP, INP, CLS)

Web Almanac 2024 (HTTP Archive) - SEO (2024)

2024 setzen 65 Prozent der mobilen und 69 Prozent der Desktop-Seiten rel=canonical

Web Almanac 2024 (HTTP Archive) - SEO (2024)

HTTP/3 wird von rund 34 Prozent der zehn Millionen größten Websites unterstützt

Wikipedia: HTTP/3 (zitiert W3Techs) (2024)

Häufig gestellte Fragen

Was ist IndexNow und wie funktioniert es?
IndexNow ist ein offenes Push-Protokoll, mit dem eine Website Suchmaschinen aktiv über neue, geänderte oder gelöschte URLs informiert. Technisch braucht es einen API-Key, eine Schlüssel-Datei im Stammverzeichnis zur Host-Verifizierung und eine HTTP-Meldung (GET oder POST) der betroffenen URLs. Eine einzige Einreichung erreicht alle teilnehmenden Suchmaschinen.
Unterstützt Google IndexNow?
Nein. Google nimmt nicht an IndexNow teil und setzt weiterhin auf seine eigene Pull-basierte Crawling-Infrastruktur. IndexNow ersetzt also nicht die Google-Indexierung, sondern ergänzt sie um einen Kanal zu Bing, Yandex, Naver, Seznam.cz und Yep.
Lohnt sich IndexNow im DACH-Raum, wo Google dominiert?
Ja, mit Einschränkung. In Österreich hat Bing rund 9 Prozent Marktanteil, also etwa jede zehnte Suche. Zusätzlich speist Bing die Copilot-Assistenten von Microsoft, die über Microsoft 365 in vielen Unternehmen vorhanden sind. Da der Implementierungsaufwand gering und der Dienst kostenlos ist, ist der ergänzende Kanal meist sinnvoll.
Wie integriere ich IndexNow in eine Next.js-Website?
Next.js hat keine native Integration. Der saubere Weg ist ein Post-Build-Script: Schlüssel-Datei ins public-Verzeichnis legen, Sitemap mit next-sitemap erzeugen, die aktuelle Sitemap gegen den letzten Stand diffen und nur geänderte URLs melden. Das Script läuft als letzter Schritt der Deploy-Pipeline, nicht bei jedem Commit. Alternativ aktiviert Cloudflare Crawler Hints IndexNow automatisch ohne eigenes Script.
Was ist der Unterschied zwischen IndexNow, XML-Sitemap und Google Indexing API?
Die XML-Sitemap ist passiv und listet alle URLs für alle Suchmaschinen inklusive Google. IndexNow ist ein aktiver Push für Bing, Yandex, Naver, Seznam und Yep. Die Google Indexing API ist offiziell nur für JobPosting- und Livestream-Seiten vorgesehen und kein allgemeiner Push-Kanal. Sinnvoll ist die Kombination: Sitemap für alle, IndexNow für die teilnehmenden Engines, saubere interne Verlinkung für Google.
Ist IndexNow datenschutzkonform nach DSGVO?
In der Regel ja. IndexNow überträgt nur öffentlich erreichbare URLs und den API-Key Server-zu-Server, ohne Cookies oder Zugriff auf das Endgerät des Besuchers, weshalb keine Consent-Pflicht entsteht. URLs mit personenbezogenen Parametern gehören ohnehin nicht in eine öffentliche Sitemap. Wer die Übertragung an Yandex (Russland, Drittland) vermeiden will, kann die Einreichung auf einzelne Endpoints wie Bing beschränken.
Was ist der häufigste Fehler bei der Nutzung von IndexNow?
Over-Submission. Dazu zählt, bei jedem Build die komplette Sitemap zu pushen oder unveränderte URLs wiederholt zu melden. Das bringt keinen Vorteil und kann als Spam-Signal gewertet werden. Ein weiterer häufiger Fehler ist das Melden von URLs, die einen Redirect, eine 404 oder ein noindex zurückgeben. Gemeldete URLs sollten konsistent zu Canonical, robots.txt und den übrigen SEO-Signalen sein.

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