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Branchenverzeichnisse Deutschland: Die 30 wichtigsten Einträge

Lucas BlochbergerAktualisiert 17. Oktober 2026
Definition

Branchenverzeichnisse sind Online-Plattformen, die Unternehmen mit Name, Adresse, Telefonnummer und weiteren Eckdaten listen und nach Branche und Ort durchsuchbar machen. In Deutschland reichen sie von den Verlagsverzeichnissen Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch über 11880.com bis zu kammernahen Angeboten wie dem Handwerker-Radar. Für lokales SEO zählen sie als Citations, also als Bestätigung deiner Unternehmensdaten außerhalb der eigenen Website.

Auf einen Blick

  • Sechs Einträge sind Pflicht: Google-Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Business sowie der Grundeintrag bei Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch.
  • Google hat in Deutschland 87,84 % Suchmarktanteil, Bing 6,49 % (Statcounter, September 2026). Das Google-Unternehmensprofil kommt deshalb zuerst, Bing Places lässt sich daraus importieren.
  • Niemand braucht alle 30 Einträge. Für ein einzelnes Unternehmen empfehlen wir 10 bis 15: die Pflichteinträge, einige allgemeine Portale und das Fachportal der eigenen Branche.
  • Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch bilden ein Verlagsnetz. Ein kostenloser gewerblicher Eintrag über die DTM gilt für alle drei, ein Fehler darin auch.
  • Handelsregister, Unternehmensregister, Gewerberegister und Transparenzregister sind keine SEO-Hebel. Die Firmierung aus dem Handelsregister ist aber die Vorlage für jeden Eintrag.
  • Grundeinträge im Verlagsnetz sind kostenlos. Starteinträge mit drei Gratismonaten gehen automatisch in ein Jahres-Abo für 358,80 € zzgl. USt. über.
  • Echte Kostenrechnungen zur Handelsregistereintragung kommen von der Zahlstelle der Justiz in deinem Bundesland, in Nordrhein-Westfalen von der Zentralen Zahlstelle Justiz beim OLG Hamm. Warnsignale für Fälschungen sind eine Zahlstelle aus einem anderen Bundesland, eine ausländische IBAN, überhöhte Beträge und Fristen von wenigen Tagen.

Warum Branchenverzeichnisse für KMU in Deutschland relevant sind

Branchenverzeichnisse liefern Citations: Nennungen deines Unternehmens mit Name, Adresse und Telefonnummer außerhalb deiner eigenen Website. Kartendienste, Branchenbücher und Bewertungsportale zeigen diese Daten dort, wo Kunden nach Leistung und Ort suchen. Google schreibt selbst, dass Unternehmen mit vollständigen und korrekten Angaben eher in lokalen Suchergebnissen erscheinen. Wie Citations grundsätzlich funktionieren, erklärt der Artikel zu lokalen Citations und Verzeichniseinträgen.

Die Zielgruppe ist breit. 2024 waren laut Destatis rund 3,2 Mio. Unternehmen in Deutschland KMU, das sind 99,3 % aller Unternehmen. In den Handwerksrollen standen 2025 1.038.126 Betriebe. Und die Kunden sind online: Laut DataReportal nutzten im Oktober 2025 rund 78,5 Mio. Menschen in Deutschland das Internet, eine Penetration von 93,5 %.

Die Gewichtung gibt der Suchmarkt vor. Google kommt in Deutschland auf 87,84 % Marktanteil, Bing auf 6,49 % (Statcounter, September 2026). Das Google-Unternehmensprofil ist deshalb der wichtigste Einzeleintrag. Alle anderen Einträge bestätigen dieselben Daten an weiteren Stellen oder erreichen Menschen, die über Apple Maps, Bing oder ein Branchenbuch suchen. Was in Deutschland sonst für lokale Sichtbarkeit zählt, steht im Artikel Lokales SEO in Deutschland.

Wie viele Einträge du wirklich brauchst

Die Liste unten hat 30 Einträge, weil sie Branchen von der Arztpraxis bis zum Industriezulieferer abdeckt. Für ein einzelnes Unternehmen empfehlen wir 10 bis 15 davon: die sechs Pflichteinträge, einige allgemeine Portale und das Fachportal der eigenen Branche. Zehn vollständig gepflegte Einträge bringen mehr als dreißig halbe, die nach dem nächsten Umzug niemand aktualisiert.

Die Tiers bedeuten:

  • Tier 1: Pflicht für jedes Unternehmen mit Adresse in Deutschland.
  • Tier 2: hoher Nutzen, entweder branchenübergreifend oder als wichtiges Portal einer Branche.
  • Tier 3: Ergänzung, wenn Tier 1 und Tier 2 sauber stehen.

Die 30 Einträge im Überblick

Preise mit Stand Oktober 2026, jeweils für Unternehmen. Wo eine Angabe nur aus einer Drittquelle stammt, steht das dabei. Vor einem Vertragsabschluss gilt immer die Preisseite des Anbieters.

Tier 1: Pflichteinträge

Nr.

Eintrag

Typ

Kosten

Relevanz

1

Google-Unternehmensprofil

Kartendienst

Kostenlos. Google Ads ist ein separates Produkt.

Speist Google Maps und das Local Pack. Bei Googles Suchmarktanteil der wichtigste Einzeleintrag für jede Branche.

2

Bing Places for Business

Kartendienst

Kostenlos

Bing ist in Deutschland klar die Nummer zwei. Ein bestehendes Google-Unternehmensprofil lässt sich importieren, der Aufwand ist gering.

3

Apple Business (bis April 2026 Apple Business Connect)

Kartendienst

Kostenlos. Werbung in Apple Maps gibt es nur in den USA und Kanada.

Ortskarten mit Fotos, Öffnungszeiten und Details erscheinen in Apple Maps, Safari und Spotlight. Daten aus Business Connect wurden automatisch übernommen.

4

Gelbe Seiten

Branchenbuch

Grundeintrag kostenlos. Starteintrag 3 Monate gratis, danach Jahres-Abo für 358,80 € zzgl. USt. Premium-Eintrag als individuelles Angebot.

Klassisches Branchenbuch, online und als App. Prüf vor dem Anlegen, ob schon ein Eintrag existiert.

5

Das Örtliche

Telefon- und Branchenverzeichnis

Grundeintrag 0 €. Starteintrag 3 Monate gratis, ab dem 4. Monat Jahres-Abo für 358,80 € zzgl. USt.

Nach eigener Angabe 14 Mio. Besucher pro Monat (IVW-Durchschnitt Juli bis Dezember 2021). Gehört zum selben Verlagsnetz wie Gelbe Seiten.

6

Das Telefonbuch

Telefon- und Branchenverzeichnis

Grundeintrag kostenlos. Starteintrag 3 Monate gratis, danach 358,80 € zzgl. USt. pro Jahr. Premium auf Anfrage.

Drittes Verzeichnis im Verlagsnetz. Stimmen die Daten bei Nr. 4 und 5, stimmen sie hier meist auch.

Tier 2: allgemeine Portale

Nr.

Eintrag

Typ

Kosten

Relevanz

7

11880.com

Branchenbuch

Eintrag kostenlos

Nach eigener Angabe über 4,4 Mio. Einträge und 19 Fachportale. Das zweite große Branchenbuch neben dem Verlagsnetz.

8

werkenntdenBESTEN

Bewertungsplattform

Eintrag kostenlos. Reputationsmanagement als Zusatzprodukt.

Gehört zu 11880. Bündelt nach eigener Angabe über 100 Mio. Bewertungen aus bis zu 52 Portalen. Sinnvoll, wenn deine Bewertungen auf mehrere Portale verteilt sind.

9

Facebook-Unternehmensseite

Social Media

Kostenlos. Werbung separat.

Weitere Citation mit Adresse und Öffnungszeiten. Seit 2018 fragt Facebook statt nach Sternen nach einer Empfehlung. Für Gastronomie, Handel und konsumnahe Dienstleister die Regel, für reine B2B-Firmen nachrangig.

10

LinkedIn-Unternehmensseite

Social Media

Kostenlos. Werbung separat.

Für B2B-Firmen der wichtigste Profilkanal neben Google. Ohne Endkundengeschäft ersetzt sie die Facebook-Seite.

11

Yelp

Bewertungsplattform

Seite beanspruchen kostenlos. Werbung kostenpflichtig.

Schwerpunkt Gastronomie und konsumnahe Dienstleistungen. Eine deutsche Reichweitenzahl ist nicht belegt.

12

golocal

Bewertungsplattform

Eintrag kostenlos

Nach eigener Angabe 2,7 Mio. Locations und 8,8 Mio. Bewertungen, ein Teil davon von Partnern. Zu den Partnern zählen Das Örtliche, Gelbe Seiten, Das Telefonbuch und 11880.

13

ProvenExpert

Bewertungsplattform

Free 0 € mit 10 sichtbaren Bewertungen. Basic, Plus und Premium bei monatlicher Zahlung 49,99, 99,99 und 199,99 € pro Monat, bei Jahresvorauszahlung 359,88, 599,88 und 1.199,88 € pro Jahr, jeweils zzgl. MwSt.

Bewertungs- und Siegelplattform für Dienstleister. Interessant für B2B- und Dienstleistungs-KMU ohne Ladengeschäft.

Tier 2: Fachportale nach Branche

Nr.

Eintrag

Branche

Kosten

Relevanz

14

Tripadvisor

Gastronomie, Hotellerie, Freizeit

Eintrag beanspruchen kostenlos

Pflicht für Gastronomie, Hotellerie und Freizeit, für andere Branchen irrelevant. Such zuerst nach einem bestehenden Eintrag, bevor du einen neuen anlegst.

15

jameda

Gesundheit

Basisprofil dauerhaft kostenlos. Gold Pro 119 €, Platin 199 € pro Monat zzgl. MwSt. bei jährlicher Abrechnung und 12 Monaten Mindestlaufzeit, dazu eine einmalige Einrichtungsgebühr laut Angebot.

Arztbewertungs- und Terminportal. Für Ärzte, Zahnärzte und Heilberufe Pflicht, weil Patienten dort gezielt suchen.

16

Doctolib

Gesundheit

Doctolib nennt auf seiner Preisseite keine Beträge. Laut Giga (Stand April 2026) gibt es eine kostenlose Basisversion mit Online-Profil, Bezahlpakete kosten 139 bis 475 € pro Monat und Arzt, die Einrichtung ab 399 €.

Terminbuchungsportal für Praxen und Therapeuten. Für Gesundheitsberufe neben jameda der zweite wichtige Kanal.

17

MyHammer

Handwerk

Registrierung kostenlos. Gebühren fallen erst bei bestätigten Kontakten an.

Auftragsmarktplatz für Handwerksbetriebe, die Neukunden suchen.

18

Handwerker-Radar

Handwerk, kammernah

Konditionen über die zuständige Handwerkskammer klären

Betriebssuche online und als App. Die Apps hat die ODAV AG im Auftrag der Handwerkskammern entwickelt. Veröffentlichung und Aktualisierung der Betriebsdaten laufen über die Handwerkskammer, das gibt ein Vertrauenssignal. Welche Kammern teilnehmen, zeigt die Übersicht zum Datenbestand.

19

Treatwell

Beauty

Das Marktplatz-Profil ist Teil der Bezahlpläne: Starter 39 € pro Monat, Advanced 49 € pro Monat plus 7,50 € TSE-Gebühr. Dazu 35 % Provision auf die erste Marktplatz-Buchung eines Neukunden (je nach Standort abweichend), 0 % auf Folgebuchungen und 2 % auf Online-Vorauszahlungen, alles zzgl. MwSt.

Buchungsmarktplatz für Friseure, Kosmetik und Wellness. Nur für die Beauty-Branche relevant.

20

anwalt.de

Recht

Basic 69,90 €, Premium 99,90 € pro Monat zzgl. USt. Die Seite wirbt mit einer kostenlosen Testphase, nennt dafür aber teils einen, teils zwei Monate.

Anwaltsverzeichnis mit Rechtstipps. Mandantenbewertungen gibt es im Premium-Profil. Für Kanzleien einer der zentralen Fachkanäle.

21

wlw (Wer liefert was)

B2B, Industrie

Konditionen auf Anfrage. Kostenlos testen lässt sich laut Startseite das Anfragenportal für Lieferanten, ein kostenloses Basisprofil nennt sie nicht.

B2B-Marktplatz, nach eigener Angabe mit über 600.000 Anbietern und 400.000 Einkäufern pro Monat. Für Hersteller, Großhandel und Zulieferer, nicht für lokale Endkundenbetriebe.

Tier 3: allgemeine Ergänzungen

Nr.

Eintrag

Typ

Kosten

Relevanz

22

Trustpilot

Bewertungsplattform

Free-Account mit 50 automatischen Bewertungseinladungen pro Monat. Starter ab 119 €, Plus ab 189 €, Premium ab 479 € pro Monat bei jährlicher Abrechnung und 12 Monaten Laufzeit.

Für E-Commerce und Online-Dienstleister, für lokale Betriebe gering.

23

Trusted Shops

Gütesiegel und Bewertungen

START-Mitgliedschaft ab 119 €, PRO ab 199 € pro Monat zzgl. MwSt., Zahlung jährlich im Voraus, 12 Monate Mindestlaufzeit, dazu einmalig 99 € Einrichtung. Der Preis richtet sich nach Shop-Umsatz und Sortiment.

Nach eigener Angabe tragen rund 25.000 Onlineshops das Siegel, dazu kommen über 160 Mio. Bewertungen. Nur für Onlinehändler relevant.

24

KennstDuEinen

Bewertungsplattform

Eintrag kostenlos. Kostenpflichtige Einträge mit Zusatzfunktionen.

Bewertungsportal für lokale Dienstleister, betrieben von der WinLocal GmbH. Die Reihenfolge der Treffer richtet sich laut Anbieter vor allem nach der Aktualität der Bewertungen und der Durchschnittsnote. Bezahlte Einträge bieten zusätzliche Wege, Bewertungen einzuholen.

25

Cylex

Branchenbuch

Basiseintrag laut FAQ kostenlos, Premium-Eintrag kostenpflichtig.

Internationales Branchenbuch und reiner Citation-Baustein ohne Branchenfokus. Such vor dem Anlegen nach einem bestehenden Eintrag.

26

meinestadt.de Branchenbuch

Branchenbuch

Online-Profil Standard 39 €, Premium 45 € pro Monat zzgl. MwSt., nur jährliche Abrechnung. Einen kostenlosen Basiseintrag erwähnt die Seite nicht.

Stadtportal mit Branchenbuch. Das Bezahlprofil wird laut Anbieter über den Partner SOR Digital in mehr als 40 Verzeichnisse ausgespielt. Lohnt sich nur, wenn du diese Verteilung wirklich brauchst.

Tier 3: Branchen- und Kammerangebote

Nr.

Eintrag

Branche

Kosten

Relevanz

27

HolidayCheck

Hotellerie

Business Center für Hoteliers kostenlos

Hotelbewertungsportal. Im Business Center kommentierst du Bewertungen und pflegst Beschreibung, Ausstattung und Fotos. Nur für Hotels relevant.

28

CHECK24 Profis

Handwerk, Umzug, Dienstleistungen

Konditionen für Anbieter nennt die Startseite nicht

Vergleichs- und Anfrageportal für über 70 lokale Dienstleistungen. Eher Leadkanal als Citation.

29

Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer und Suchdienste der Steuerberaterkammern

Steuerberatung, amtlich

Das amtliche Verzeichnis führt alle in Deutschland bestellten Steuerberater, die Daten stammen aus den Berufsregistern der Kammern. Gebühren nennt es nicht. Die Teilnahme an Suchdiensten wie dem der Steuerberaterkammer Hessen ist freiwillig.

Das amtliche Verzeichnis nach § 86b StBerG dient der Befugnisprüfung, nicht der Suche nach Fachgebiet. Für die Mandantengewinnung zählen die Suchdienste der Kammern, in denen nach Arbeitsgebieten gesucht wird.

30

Arzt-Auskunft der Stiftung Gesundheit

Gesundheit

Basis-Profil kostenfrei. Premium-Profil kostenpflichtig, gestaffelt nach Zahl der Behandler.

Arztverzeichnis einer gemeinnützigen Stiftung für Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten und weitere Heilberufe. Die Stiftung übernimmt Praxisdaten aus öffentlich zugänglichen Quellen, du pflegst sie über den Online-Zugang. Laut Stiftung erscheinen die Angaben auch in den Arztsuchen von rund 100 Lizenzpartnern, darunter fast alle deutschen Krankenversicherungen. Für Heilberufe die dritte Citation neben jameda und Doctolib.

Was die Liste nicht abdeckt

Einige Kanäle fehlen in der Nummerierung, weil sie nur für einzelne Zielgruppen zählen. Wenn sie auf dich zutreffen, nimm sie zusätzlich auf:

Ein bundesweites Firmenverzeichnis der IHKs nach dem Muster von WKO Firmen A-Z gibt es nicht. Die IHK Ostthüringen hat ihre regionale Unternehmensdatenbank zum Jahresende 2025 eingestellt: Von 33.000 Mitgliedsunternehmen nutzten nur rund 4.500 die Veröffentlichung.

In älteren Listen stehen Verzeichnisse, die es so nicht mehr gibt. goyellow.de leitet auf Gelbe Seiten weiter, klicktel.de auf 11880.com. Den Foursquare City Guide hat Foursquare eingestellt, die App im Dezember 2024, die Web-Version im April 2025. Keines davon gehört auf deine Liste.

Amtliche Register: Pflicht, aber kein SEO-Hebel

Vier amtliche Register werden oft mit Branchenverzeichnissen verwechselt. In keines davon trägst du dich zu Marketingzwecken ein.

Ähnlich funktionieren amtliche Berufsverzeichnisse wie das Steuerberaterverzeichnis (Nr. 29). Sie belegen die Zulassung, nach Fachgebiet suchen lässt sich darin nicht.

Für dein Ranking bringt keines dieser Register etwas. Wichtig sind sie trotzdem, weil sie die Vorlage liefern: Firmierung, Rechtsform und Sitz aus dem Handelsregister gehören zeichengenau in dein Impressum und in jeden Verzeichniseintrag. Die Registerdaten sind außerdem öffentlich, und die Absender gefälschter Rechnungen nutzen das Handelsregister als Datenquelle.

Welche Verzeichnisse sich gegenseitig speisen

Viele Einträge hängen zusammen. Wer die Verbindungen kennt, spart Arbeit und findet Fehlerquellen schneller.

Daraus folgt eine einfache Regel: Korrigiere Fehler an der Quelle. Eine falsche Telefonnummer im Verlagsnetz änderst du über den Eintragsservice der DTM, nicht in jedem Verzeichnis einzeln.

NAP-Konsistenz: ein Datenblatt für alle Einträge

NAP steht für Name, Adresse und Telefonnummer. Diese Angaben müssen überall identisch sein, bis zur Schreibweise. Entscheide dich bei Rechtsform und Straßennamen für eine Variante, also etwa „Straße“ oder „Str.“, und bleib dabei.

Falsche Angaben kosten direkt Kunden. Im Business Listings Trust Report 2021 von BrightLocal, einer Umfrage unter mehr als 1.000 US-Konsumenten, gaben 63 % an, ein Unternehmen nicht zu nutzen, wenn sie falsche Informationen finden. 77 % hatten widersprüchliche Angaben über verschiedene Verzeichnisse hinweg gesehen. Am ehesten verlieren Konsumenten das Vertrauen, wenn die Telefonnummer falsch oder inkonsistent ist (66 %).

Leg deshalb ein Master-Datenblatt an: Firmierung laut Handelsregister, Adresse, Telefonnummer, Website, Öffnungszeiten, Hauptkategorie, Kurzbeschreibung und Logo. Jeder Eintrag wird daraus kopiert, nie frei getippt.

Reihenfolge beim Anlegen

  1. Master-Datenblatt fertigstellen.
  2. Das Google-Unternehmensprofil anlegen oder übernehmen und verifizieren.
  3. Bing Places: das Profil aus dem Google-Unternehmensprofil importieren und die Daten gegen das Datenblatt prüfen.
  4. Apple Business: die Ortskarte anlegen. Wer schon in Business Connect eingetragen war, findet seine Daten dort wieder.
  5. Verlagsnetz: dein Unternehmen bei Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch suchen. Steht dort schon ein Eintrag, ergänze ihn, statt einen zweiten anzulegen.
  6. Tier 2: 11880.com, golocal, Facebook oder LinkedIn je nach Zielgruppe, Yelp bei Endkundengeschäft, ProvenExpert bei Dienstleistung ohne Ladengeschäft. Dazu das wichtigste Fachportal deiner Branche.
  7. Tier 3 erst, wenn die Schritte 1 bis 6 sauber erledigt sind.
  8. Je Eintrag URL, Login, Verifizierungsstatus und Datum der letzten Prüfung in einer Liste festhalten.

Kostenfallen und Abzocke

Bei Google, Bing, Apple und im Verlagsnetz kostet der Grundeintrag nichts. Geld kosten Zusatzpakete, etwa bei jameda, und Fachportale ohne Gratis-Profil wie Treatwell. Vier Fallen solltest du kennen: eine Abo-Automatik bei seriösen Anbietern und drei Maschen mit amtlich oder rechnungsähnlich aufgemachten Schreiben.

Starteintrag mit Abo-Automatik

Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch bieten einen Starteintrag mit drei Gratismonaten an. Danach läuft er automatisch als Jahres-Abo für 358,80 € zzgl. USt. weiter, das sind 29,90 € pro Monat. Bei Gelbe Seiten musst du bis zwei Wochen vor Ende der Testphase kündigen, danach gilt eine Frist von sechs Wochen vor Laufzeitende. Bei Das Örtliche und Das Telefonbuch prüfst du die Fristen in den jeweiligen Bedingungen. Das ist ein gewöhnliches Abo-Modell, die Fristen verpasst man trotzdem leicht. Trag sie beim Abschluss in den Kalender ein.

Amtlich wirkende Eintragungsformulare

Manche Anbieter verschicken Formulare, die wie eine Behördenabfrage aussehen. Der kostenpflichtige Eintrag steht im Kleingedruckten. Ein bekanntes Beispiel ist die GWE-Wirtschaftsinformationsgesellschaft mbH aus Düsseldorf: Auf Antrag des Deutschen Schutzverbands gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) hat das LG Düsseldorf ihre Formulare untersagt (Urteil vom 15. April 2011, 38 O 148/10). Seit einem BGH-Beschluss vom 6. Februar 2013 ist das Verbot rechtskräftig. Der BGH hat 2012 außerdem entschieden (VII ZR 262/11), dass eine unauffällig platzierte Entgeltklausel für einen üblicherweise kostenlosen Grundeintrag in ein Branchenverzeichnis nicht Vertragsbestandteil wird (§ 305c Abs. 1 BGB). Die Vorschrift gilt auch gegenüber Unternehmern.

Gefälschte Handelsregister-Rechnungen

Direkt nach einer Eintragung ins Handelsregister kommen Zahlungsaufforderungen angeblicher Zahlstellen der Justiz. Laut IHK Pfalz (Oktober 2025) nennt sich der Absender häufig „Zentrale Zahlstelle“ mit Frankfurter Adresse. Typisch sind außerdem das Landeswappen von Nordrhein-Westfalen, Forderungen zwischen 900 und 2.000 € und eine Zahlungsfrist von drei Werktagen. Die IHK Hannover nennt im Januar 2026 weitere Merkmale: Unter dem Wappen steht nur „Amtsgericht“ ohne Ort, und die IBAN führt oft auf ein Konto im EU-Ausland, etwa in Irland, Luxemburg, Malta oder Spanien.

Verwechsle die Fälschungen nicht mit echten Rechnungen. Für Kostenforderungen zu Handelsregistereintragungen in Nordrhein-Westfalen ist die Zentrale Zahlstelle Justiz beim Oberlandesgericht Hamm zuständig, andere Bundesländer haben ähnliche Kassen. Die Rechnung kommt von der Zahlstelle im eigenen Bundesland. Laut IHK Halle-Dessau nutzen Fälscher auch genau diesen Namen, dann mit irischer IBAN, oder sie nennen sich „Zentrale Zahlstelle Leipzig“. Eine Zahlstelle aus einem anderen Bundesland oder eine ausländische IBAN sind deshalb Warnsignale. Die Gebühren richten sich nach der Handelsregistergebührenverordnung, gefälschte Forderungen liegen laut IHK Hannover meist darüber.

Adressbuchschwindel

Gemeint sind Angebote, die wie eine Rechnung für einen bereits erteilten Auftrag aussehen. Laut IHK Osnabrück trifft es oft Gründer kurz nach der Handelsregistereintragung. Ein typischer Trick ist ein Korrekturabzug der eigenen alten Anzeige: Wer ihn unterschreibt, schließt einen neuen Anzeigenvertrag mit einem anderen Unternehmen ab. Die IHK Osnabrück leitet Beschwerden an den Deutschen Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität (DSW) weiter, Betroffene können sich auch direkt dort melden.

Die Regel dazu ist kurz: Zahle nichts, was du nicht selbst bestellt hast, und schick keinen Korrekturabzug unterschrieben zurück. Im Zweifel ruf deine IHK an.

Verzeichnisse, Bewertungen und KI-Antworten

An vielen Einträgen hängen Bewertungen. Im Local Consumer Review Survey 2026 von BrightLocal, einer Umfrage unter 1.002 US-Konsumenten, gaben 97 % an, Online-Bewertungen lokaler Unternehmen zu lesen. Google nutzen dafür 71 %, im Vorjahr waren es 83 %. Der Anteil, der ChatGPT und andere KI-Tools für lokale Empfehlungen nutzt, stieg im selben Survey von 6 % auf 45 %.

Welche Verzeichnisse ein KI-Assistent für seine Antwort heranzieht, lässt sich von außen nicht zuverlässig nachprüfen. Steuern kannst du die Datenlage: Wenn Google, Bing, Apple und die großen Branchenbücher dieselben Angaben zeigen, gibt es keine widersprüchliche Version, die eine KI übernehmen könnte.

Messung

Verzeichnisarbeit lässt sich mit fünf Kennzahlen verfolgen:

  • Eintragsabdeckung: Anteil deiner Zielverzeichnisse mit aktivem, verifiziertem Eintrag.
  • NAP-Konsistenzquote: Anteil der Einträge, die exakt dem Master-Datenblatt entsprechen.
  • Lokale Sichtbarkeit: Position im Local Pack und in Google Maps für deine wichtigsten Suchbegriffe und Orte.
  • Bewertungen: Anzahl, Durchschnittsnote und Antwortquote je Plattform.
  • Verzeichnis-Traffic: Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks aus dem Google-Unternehmensprofil, dazu Besuche aus Verzeichnissen in deiner Webanalyse. Versieh die Website-Links in den Profilen mit UTM-Parametern, damit du sie getrennt auswerten kannst.

Prüfe alle Einträge mindestens halbjährlich und sofort nach Umzug, Nummernwechsel oder neuen Öffnungszeiten. Wie du dabei Duplikate und Altlasten findest, beschreibt der Artikel zum Citation-Audit.

Österreich und Schweiz

Wer auch in Österreich oder der Schweiz Standorte hat, braucht dort andere Einträge, in Österreich etwa WKO Firmen A-Z, für das es in Deutschland kein Gegenstück gibt. Die Listen dafür: Branchenverzeichnisse Österreich und Branchenverzeichnisse Schweiz.

Daten & Statistiken

In Deutschland hat Google einen Suchmaschinen-Marktanteil von 87,84 %, Bing folgt mit 6,49 % (alle Plattformen, September 2026).

Statcounter Global Stats, Search Engine Market Share Germany (2026)

2024 waren rund 3,2 Mio. Unternehmen in Deutschland KMU, das sind 99,3 % aller Unternehmen. In ihnen arbeiten 54 % der tätigen Personen, auf sie entfallen 27 % des Umsatzes.

Destatis, Kleine und mittlere Unternehmen (2024)

Im Oktober 2025 nutzten rund 78,5 Mio. Menschen in Deutschland das Internet, eine Penetration von 93,5 %.

DataReportal, Digital 2026: Germany (2025)

Die DIHK ist die Dachorganisation der 79 Industrie- und Handelskammern und vertritt mehr als drei Millionen Unternehmen.

DIHK, Über uns (2026)

2025 waren in den Handwerksrollen 1.038.126 Betriebe eingetragen.

ZDH, Wirtschaftlicher Stellenwert des Handwerks 2025 (2025)

11880.com nennt nach eigener Angabe über 4,4 Mio. Einträge und 19 Fachportale.

11880.com, Eigenangabe (2026)

63 % der Konsumenten nutzen ein Unternehmen nicht, wenn sie falsche Informationen finden. 77 % sahen widersprüchliche Angaben über verschiedene Verzeichnisse hinweg, 66 % verlieren das Vertrauen bei falscher oder inkonsistenter Telefonnummer.

BrightLocal, Business Listings Trust Report 2021 (US) (2021)

97 % der Konsumenten lesen Online-Bewertungen lokaler Unternehmen, 71 % nutzen dafür Google. Die Nutzung von ChatGPT und anderen KI-Tools für lokale Empfehlungen stieg von 6 % auf 45 %.

BrightLocal, Local Consumer Review Survey 2026 (US) (2026)
Mit KI zusammenfassenChatGPTClaudePerplexity

Öffnet den Chat mit einem vorbereiteten Prompt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Branchenverzeichnisse brauchen deutsche KMU wirklich?
Pflicht sind sechs Einträge: Google-Unternehmensprofil, Bing Places, Apple Business und der Grundeintrag bei Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch. Danach folgen 11880.com, golocal, je nach Zielgruppe Facebook oder LinkedIn und das wichtigste Fachportal deiner Branche, etwa jameda für Arztpraxen oder MyHammer für Handwerksbetriebe. Wir empfehlen 10 bis 15 Einträge, nicht 30.
Kostet ein Eintrag bei Gelbe Seiten oder Das Örtliche etwas?
Der Grundeintrag mit Adresse, Telefonnummer und Öffnungszeiten ist kostenlos. Kostenpflichtig ist der Starteintrag: drei Monate gratis, danach läuft er als Jahres-Abo für 358,80 € zzgl. USt. weiter, also 29,90 € pro Monat. Bei Gelbe Seiten musst du bis zwei Wochen vor Ende der Testphase kündigen, wenn du nicht weitermachen willst. Danach gilt eine Frist von sechs Wochen vor Laufzeitende.
Was ist der Unterschied zwischen einem Branchenverzeichnis und dem Handelsregister?
Ein Branchenverzeichnis wie Gelbe Seiten oder Das Örtliche ist ein freiwilliger Marketingkanal, durchsuchbar nach Branche und Ort. Das Handelsregister ist das amtliche Register der Kaufleute und Handelsgesellschaften, geführt von den Amtsgerichten und seit August 2022 kostenlos einsehbar. Für dein Ranking bringt der Registereintrag nichts, aber die Firmierung dort ist die Vorlage für alle Verzeichniseinträge.
Nach der Handelsregistereintragung kam eine Rechnung. Ist die echt?
Prüf den Absender. Echte Kostenrechnungen zur Handelsregistereintragung kommen von der Zahlstelle der Justiz in deinem Bundesland, in Nordrhein-Westfalen von der Zentralen Zahlstelle Justiz beim OLG Hamm. Eine Zahlstelle aus einem anderen Bundesland, eine ausländische IBAN oder eine Frist von wenigen Tagen sprechen für eine Fälschung. Die Gebühren richten sich nach der Handelsregistergebührenverordnung und liegen meist unter dem, was Fälscher verlangen. Die IHK Pfalz warnte im Oktober 2025 vor Schreiben einer „Zentralen Zahlstelle“ mit Frankfurter Adresse, dem Landeswappen von Nordrhein-Westfalen, Forderungen von 900 bis 2.000 € und drei Werktagen Frist. Die IHK Hannover nennt im Januar 2026 ein weiteres Merkmal: Unter dem Wappen steht nur „Amtsgericht“ ohne Ort.
Gibt es ein offizielles Firmenverzeichnis der IHK, in das ich mich eintragen sollte?
Nein. Die 79 IHKs vertreten laut DIHK mehr als drei Millionen Unternehmen, ein bundesweites Firmenverzeichnis nach dem Muster von WKO Firmen A-Z in Österreich gibt es aber nicht. Die IHK Ostthüringen hat ihre regionale Unternehmensdatenbank zum Jahresende 2025 eingestellt. Es gibt Einzelangebote der Kammern: von den IHKs regionale Ausbildungsbörsen wie die IHK-Börse und den regionalen IHK ecoFinder Plus für die Energie- und Umweltbranche in Sachsen und Teilen Bayerns, von den Handwerkskammern den Handwerker-Radar und von den Steuerberaterkammern deren Suchdienste. Das bundesweite Ausbildungsportal meine-ausbildung-in-deutschland.de braucht keinen Eintrag, es liest Ausbildungsangebote automatisch aus.
Wie oft sollte ich meine Verzeichniseinträge prüfen?
Mindestens halbjährlich und zusätzlich sofort nach Umzug, Nummernwechsel oder neuen Öffnungszeiten. Kontrolliere dabei NAP-Daten, Duplikate und verwaiste Profile. Stimmt im Verlagsnetz etwas nicht, korrigiere es über den Eintragsservice der DTM, weil ein Eintrag dort für Gelbe Seiten, Das Örtliche und Das Telefonbuch gilt.

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